Inhalt

Eddie Brock (Tom Hardy), der zusammen mit Venom verschmolzen ist, soll den Serienkiller Cletus Cassidy (Woody Harrelson) interviewen, da dieser es so verlangt. Mithilfe von Venom kann Eddie Cletus Hinweise für die Lageorte der Opfer Cassidys. Doch Brock schafft es ausversehen Cassidy Symbontenkraft zu geben, wodurch dieser zu Carnage wird.

Meine Meinung zum Film

Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir jenen Film noch antue, im Fall von „Venom: Let there be Carnage“ hat mich die Post-Credit-Scene des verkorksten ersten Teils mürbe gemacht, sodass ich mir den Film als Warm-Up für meinen Besuch beim Film Festival Cologne für einen Fünfer im sogenannten Twenty-Four Ticket in einem Kölner Kino angesehen habe und dennoch habe ich die Sichtung dieses Films zutiefst bereut. „Venom: Let there be Carnage“ ist nahezu auf demselben Bumsbirnenniveau, wie der erste Teil mit dem kleinen Unterschied, dass diesmal ein Regisseur am Werk war, der sich der Dummheit dieses Films bewusst ist.

Es ist schon beachtlich, dass vier Oscar-Nominierte Darsteller, die alle zu großen Leistungen fähig sind, sich hier für Clowneskes Schauspiel hergeben. Tom Hardy definiert den Begriff Overacting neu, Naomie Harris guckt die ganze Zeit als wäre sie gerade in einer Kirmesgeisterbahn angestellt, Michelle Williams muss sich peinlichsten Situationen hergeben und Woody Harrelson spielt als hätte er sich ein Kokslager reingepfiffen. Es ist schmerzhaft Könner Ihres Faches so schlecht spielen zu sehen. Zumindest Tom Hardy sieht so aus, als hätte er Spaß mit der Rolle, die für Ihn von jeglichem Schurkentum befreit worden ist. War Venom in den Comics ein Schurke, ist Venom hier ein nahezu lupenreiner Held und wenn er es nicht ist, wird er von Eddie Brock zur Räson gerufen. Die erste Hälfte des Films wird dominiert von Hardy, der Brock spielt und Venom spricht und dabei wirkt als würde er die Chemie von Walther Matthau und Jack Lemmon Komödien kopieren würde. Für Menschen, die noch keine gute Buddykomödie (alternativ: Screwballkomödie) gesehen haben, mag das noch funktionieren. Für Menschen, die auch nur einen guten der unzähligen Filme dieses Subgenres gesehen haben, wirkt es wie ein lauer Versuch, für Menschen, die das Subgenre mögen, ist es ärgerlich. Der Humor ist angepasst auf Elfjährige, die alles lustig finden, weswegen es auch kein Blut oder sonstige Brutalitäten geben darf, um die PG-13 bzw. FSK 12 Freigabe zu erhalten. Von daher gibt es auch kaum Action zu sehen und wenn, dann wirkt sie so, als hätte die Zensur einen Asia-Actioner der 80er grobschlächtig geschnitten. Manchmal wirkt der Film sogar wie eine Parodie auf Superheldenfilme, wo mir der Gedanke kam, dass der Film funktonieren könnte, wenn er All-In geht und voll auf Zucker-Abrama-Zucker Comedy gehen würde, aber das wäre ja ein Risiko nach dem finanziellen Erfolg des unausgegorenen ersten Teils.

Es ist bezeichnend, dass der beste Aspekt des Films ist, dass Eddie Brock die Trennung von seiner großen Liebe Anne verarbeiten muss und dabei eine Queerbaitige Beziehung zu Venom hat. Die beiden können nicht miteinander, die beiden können nicht ohneeinander. Dieser Film hat eigentlich das Thema, dass die beiden zueinander finden müssen und ihre Liebe (?) zueinander akzeptieren müssen. Da man jedoch Carnage schon gezeigt hat, musste der noch in den Film gepresst werden und wird hier vollkommen verheizt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Fans der Comics diesen leidlich unterhaltsamen Film noch schlimmer finden werden. Zum Abschluss möchte ich noch anmerken, dass man „Love will tear us apart“ wenn überhaupt in der Originalversion von Joy Division spielen sollte.

Fazit

Dezent besser als der erste Teil, aber immer noch weit entfernt von sehenswert, geschweige denn gut: „Venom: Let there be Carnage“ ist eine erneute Tom Hardy Overacting Show, weit entfernt von den Comics, weit entfernt von cinematischer Qualität. 4/10

Daten & Fakten

Regie: Andy Serkis

Drehbuch: Kelly Marcel

Länge: 98 Minuten

Genre: Superheldenfilm, Komödie

Darsteller: Tom Hardy, Woody Harrelson, Naomie Harris, Michelle Williams um

Gesehen am 22.11.2021 im Rex am Ring Köln

2 Kommentare zu „Venom: Let there be Carnage

    1. Na sie wollen ihn ja wohl nicht besser hinkriegen und solange sie damit Geld verdienen, wird Sony es nicht ändern. Sony ist sowieso das Majorstudio mit dem schwächsten Output, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s