In den letzten Monaten wurde es auf dem Blog nachhaltig ruhiger, nachdem sich immer mehr Blogger aus dem regelmäßigen Bloggen verabschiedet hatten. Hier soll es nun darum gehen wie es dazu kam.

Fangen wir mit dem schlichten Faktum an, dass kaum Beiträge kamen und das eigentlich schon seit dem Sommer. Bis in den November hinein konnte ich immerhin zu jedem von mir im Kino gesichteten Film eine Filmreview verfassen, wenn auch teilweise mit deutlichem Verzug. In dieser Phase merkte ich auch wieder, warum ich nicht versuche mit Filmkritiken Geld zu verdienen. Es würde mir die Freude auf der Strecke bleiben, selbst der Eigendruck hat teilweise dazu geführt, dass sich Reviews eher wie Arbeit angefühlt haben anstatt wie ein Hobby. Dabei hat sich nichts an der Tatsache geändert, dass ich gerne über Filme rede oder schreibe. Mit abnehmender Artikeldichte wurden auch die Rückmeldungen und Diskussionen weniger, ebenso habe ich immer weniger andere Blogs gelesen und wenn habe ich mir auch die Kommentarfunktion oft gespart. Andererseits gab es immer wieder Momente, wo der Klick da war und ich die Texte runter schrieb wie Öl. Da wäre die Review zum Bond oder diejenige zu Last Night in Soho zu erwähnen. Aber nicht zu jedem Film habe ich gleich viel zu sagen und dennoch bleibt bei mir das Gefühl, dass sich eine Review, die einen eigenen Beitrag hat mit 300, 400 Wörtern nicht umfangreich genug anfühlt. Selbst wenn ich alles, was ich zum Film sagen wollte, gesagt habe. Oftmals schreibe ich viel bei Filmen, die mir besonders gut gefallen haben oder die mir deutlich weniger gefallen haben als den meisten anderen oder wenn ich mir direkt danach Notizen gemacht habe (wie beim Bond). Es hat sich auch nicht als hilfreich erwiesen, Filmkritiken auch erst zwei oder drei Wochen nach Sichtung zu schreiben. Selbst bei einem sehr guten Film, fällt mir dann vielleicht noch die Hälfte von dem ein, was ich einen oder zwei Tage nach Sichtung genannt hätte.

Dennoch lief es bei Filmen eine lange Zeit noch relativ gut (und meine erste Oscar-Prognose habe ich auch einigermaßen planmäßig auf den Blog verewigt), im Gegensatz dazu habe ich seit Monaten nicht mehr über Songs geschrieben und das obwohl ich erst letztes Jahr nach den besten Songs aller Zeiten gesucht habe und eine wie ich finde zufriedenstellende Liste gefunden habe. Es ist auch nicht so, dass mir die Songs gefehlt hätten, aber die Motivation war zu selten da. Es hat mir wesentlich weniger gefehlt über einzelne Songs zu schreiben als ich gedacht hätte. Über Musik generell zu schreiben, Listen zu erstellen hat mir da wesentlich mehr gefehlt oder Mal was anderes im Zusammenhang mit (Pop-)Musik zu veröffentlichen. Auch der Podcast hat darunter zu leiden gehabt, so liegen zwei ungeschnittene Folgen auf meinem Laptop herum, wovon wahrscheinlich nur eine den Weg in die Veröffentlichung finden wird. Wer letztes Jahr die Folge mochte, wo ich mit Marius über das Musikjahr spreche. Eine Folge für dieses Jahr wird es auch noch geben, danach wird jedoch Schluss sein mit dem Kapitel Ecces Soundcast. Die Motivation für den Schnitt der langen Folgen war einfach nicht mehr vorhanden.

Nun wenn man in der aktuellen Zeit über Motivationslosigkeit schreibt, dann kommt man auch um das böse Wort mt C nicht herum. Dennoch kann ich versichern, dass die Corona-Situation nichts damit zu tun hat, dass aktuell Blogflaute herrscht. Zumindest nicht in dem Sinne, wie Ihr vielleicht denken mögt. In der Coronazeit bin ich mental eher stärker geworden, als das die Situation meiner hin und wieder gern wackeligen Psyche zugesetzt hat. Ich bin auch in der priviligierten Situation kaum Verantwortung tragen zu müssen, im Gegensatz zu Menschen, die in der Krankenpflege arbeiten oder Menschen, die um ihre Existenz bangen müssen oder Menschen, die selbst Hochrisikopatient sind oder direkten Kontakt zu solchen haben. Meine Studienfinanzierung in Form von BaföG wurde dank Corona verlängert, sodass ich mir wesentlich weniger Druck bezüglich meines Studiums machen muss. Hinzu kommt, dass ich im Sommer den ersten Nebenjob angetreten habe, den ich wirklich mag. Ich arbeite seit Sommer im örtlichen Arthousekino an der Kasse. Sorgt nicht nur für ein volleres Konto (ernsthaft, so viel Geld wie aktuell hatte ich noch nie), sondern auch dafür, dass ich zumindest dort kostenlos ins Kino komme. Auch sonst habe ich große Freude daran. Daneben bin ich inzwischen für unsere Fachschaft Referentin fürs Semesterprogramm, darf also wenn die Coronasituation nicht wieder so schlimm wäre (auch wenn es in NRW noch vergleichsweise gut aussieht) Quizzes, Partys und sonstiges organisieren. Auch an dieser Aufgabe habe ich trotz (oder vielleicht gerade auch wegen) zeitweise auftretenden Stresses große Freude.

Wahrscheinlich hängt auch damit zusammen, dass ich weniger Aufmerksamkeit in den Blog gesteckt habe. Genauso wie ich meine Freizeit oft in vollen Zügen genossen habe oder wie man auch sagen kann, ich habe angefangen derart unvernünftig zu sein, wie man es in meinem Alter noch ist ohne es zu bereuen. Öfters wieder in die Discotheken gehen (gut jetzt haben sie auch in NRW wieder zu), Trinkspiele zu Filmen machen, sich an mehreren Tagen in Folge betrinken, betrunken Bobby Car fahren, betrunken Tischtennis spielen, spontan günstig nen Urlaub buchen (ihr erinnert euch, ich hab so viel Geld wie noch nie). Alles Dinge, die ich in den letzten Wochen getan habe und nichts davon bereue ich auch nur im Ansatz. Vor allem betrunken Tischtennis spielen und dabei weitertrinken, möchte ich allen ans Herz legen, die Alkohol konsumieren. So viel Bier in kurzer Zeit hatte ich zuvor auch noch nie getrunken.

Genug der Unvernunft gefrönt, die wird vermutlich 2022 weitergehen, denn wie hat einer meiner Arbeitskollegen treffend festgestellt „Du bist im Studentenleben angekommen.“ und so lebendig und freudig wie in letzter Zeit habe ich mich wahrscheinlich noch nie gefühlt. Gut für mich, schlecht für den Blog. Doch muss das so bleiben? Also, dass größtmögliche Lebensfreude und Blogpflege sich mehr ausschließen denn ergänzen. Ich will es noch nicht glauben. Von daher erst einmal die gute Nachricht, dass ich 2022 weiter bloggen werde.

Doch wie soll es weitergehen?

Wer auf ein Comeback der kurzen Texte zu einzelnen Songs hofft, den muss ich (zunächst) enttäuschen. Stattdessen werde ich mich eher wieder auf Musiklisten und auf essayistisch angehauchte Artikel konzentrieren. Daneben wird es eine neue Reihe geben, wo die ersten Entwürfe schon seit Monaten im Entwürfeordner liegen. Ich werde auf die erfolgreichsten Songs früherer Jahre zurückblicken und dann dazu meinen Senf abgeben. Los geht es damit in der ersten Januarwoche.

Ich werde weiterhin zu Kinofilmen Reviews schreiben, zumindest wenn ich das Gefühl habe, genug sagen zu können. Ansonsten werden es dann eher Kurzreviews. Auch zu meiner Leidenschaft für Filme soll es defintiv ein paar essayistisch angehauchte Beiträge geben. Wer sonst noch mehr Einblick haben will, kann mir auch gerne auf Letterboxd folgen, dort logge ich jeden Film ein und erstelle Listen (zum Beispel zu Regisseuren), den ich gesehen habe und ich kann nicht lassen die App (bzw. die Website) weiterzuempfehlen.

Ach ja, und wer wirklich nicht auf meine Stimme verzichten will (und nicht sowieso in physischen Kontakt mit mir ist und sie daher in regelmäßigen Abständen hören darf), darf sich auf einen neuen Podcast mit mir freuen. Zusammen mit dem oben erwähnten Marius starte ich im Januar (voraussichtlich am 17.1) den Podcast „Songhappen“. Dort werden wir wöchentlich über Songs, die wir abwechselnd auswählen sprechen. Pro Song, eine Folge mit bis zu zwanzig Minuten Länge. Ich hoffe ihr seid alle gehypt.

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8 Kommentare zu „Krise? – Warum es auf dem Blog zuletzt ruhig wurde und wie es weitergehen soll

  1. Klingt ein bisschen so, als würdest du Der Rausch nachspielen.

    Jedenfalls kann ich wie immer nur sagen: mach, was dir gut tut und gib dem Blog so viel oder so wenig Zeit, wie du magst.
    Auf das Ding mit Marius bin ich mal gespannt und hoffe schwer, dass ihr dort melodisch eingängigen Stücken wie To Be With You von Mr. Big die textlichen Grenzüberschreitungen des guten Geschmackes aufzeigt.

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    1. So schlimm ist es zum Glück nicht, ich trinke nur wenn ich frei hab^^

      Ich mag ja eigentlich Konstanz, auch beim Blog. Diese Woche schreibe ich wieder viel, vielleicht auch weil ich mir Freiraum einräume.
      Das darfst du auch sein und ja „To Be With You“ ist musikalisch gelungen, textlich jedoch ungenießbar.

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  2. „und so lebendig und freudig wie in letzter Zeit habe ich mich wahrscheinlich noch nie gefühlt. Gut für mich, schlecht für den Blog.“

    Die einzig richtige Priorität! Ich kann dich gut verstehen, vor allem was die Sache mit der Motivation angeht. Ich habe auch mit Benni schon ein paar mal darüber gesprochen, wie aufwändig das Schneiden und Bearbeiten langer Podcast Folgen ist. Von daher sind die kleinen Häppchen wohl eine deutlich angenehmere Alternative.

    Ich freue mich jedenfalls, dass es dir auch ohne regelmäßige Bloggerei offensichtlich gut zu gehen scheint und bin gespannt auf die essaymäßigen Beiträge zum Thema Film. Hau rein !

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    1. Und wenn dann will man ja auch einen guten Schnitt abliefern und keinen, an dem es an einigen Stellen hapert. Da sollte es mit den vergleichsweise kurzen Folgen weniger Probleme geben.
      Der erste kommt eventuell am Sonntag heraus, wenn ich bis dahin nicht noch irgendwas finde, was ich verbessern möchte😅

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  3. Ich möchte deinem Kollegen recht geben, klingt so als wärst bei der guten Seite des Studentenleben angekommen. Auch wenn ich für die Rubrik „Ecce schreibt besoffen Kritiken“ wäre, muss die Blogwelt halt mal zum richtigen Leben zurück strecken, mal wegen zu viel Arbeit, mal wegen zu viel Spaß an anderen Freizeitbeschäftigungen.

    Freu mich natürlich auf den Podcast und die geplanten Spotify/Itunes Millionen 😀

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    1. Du kannst ja gerne einen Film für ein Trinkspiel vorschlagen, dann bekommst du eine individualisierte Sprachnachricht von mir. Frag gerne Mal bei deinem Podcastkollegen aus Leipzig nach, der hatte das „Vergnügen“ schon.

      Ich freu mich auch schon darauf, hoffe nur, dass sich mein Hype weitertragen wird.

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  4. Klingt so als würdest du alles richtig machen, sprich einfach leben, was in der momentanen Zeit ja eh recht schwierig ist. Insofern vollkommen nachvollziehbar, dass du dein Blog hintenanstellst. Habe mich dennoch über das Lebenszeichen gefreut und bin gespannt, was noch so kommt… 🙂

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    1. Im Gegensatz zu meinen Vorrednern hast du die Chance Lebenszeichen auch auf Instagram zu erhaschen und ja es fällt in meiner Postion leichter auch in der aktuellen Situation einfach zu leben.
      Aber keine Sorge, ich hab noch genug für den Blog in Petto, habe ich diese Woche gemerkt.

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