Lange dachte ich, dass ich die alte Leier der letzten Jahre wiederholen würde, dass es immer schwieriger wird, gute Popmusik zu finden. Wahrscheinlich bin ich aber nur zu faul zum Suchen, dank zahlreicher Empfehlungen kann ich dieses Jahr sogar eine persönliche Top 50 vorstellen, mit Songs, die ich gut finde. Auch wenn das meinen Podcastpartner Marius sicher nicht gefällt, ist da jedoch kaum bis gar kein Rock dabei, was niemand mehr bedauert als ich selbst. Dabei hat mit Maneskin eine italienische Rockband sogar den ESC gewonnen und konnte danach weitere Erfolge feiern und was passiert bei mir? Ich mag die Musik nicht, tja schade. Genug geklagt, dieses Jahr werde ich euch erst die Songs präsentieren, die ich am häufigsten auf Spotify gehört habe. Danach gibt es die Flopsongs (eine Mischung aus Enttäuschungen und Verbrechen an der Menschlichkeit) bevor es dann zur Top 50 geht:

Meistgehörte Songs 2021 laut Spotistats

  1. Fyr og Flamme – Ove Os Pa Hinanden
  2. GO_A – SHUM
  3. Eric Saade – Every Minute
  4. Clara Klingenström – Behöver inte dig idag
  5. Blondie – Heart of Glass
  6. Barry Ryan – Elose
  7. Eurythmics – Here Comes the Rain Again
  8. The Roop – Discotheque
  9. Hall & Oates – Out of Touch
  10. Roxette – Dangerous
  11. Norman Greenbaum – Spirit in the Sky
  12. The Rolling Stones – Gimme Shelter
  13. Fleetwood Mac – Go Your Own Way
  14. Erasure – Sometimes
  15. Bronski Beat – Smalltown Boy
  16. Ofenbach feat. Lagique – Wasted Love
  17. Roxette – The Look
  18. Corona – The Rhythm of the Night
  19. U2 – Where the Streets have no Name
  20. Queen & David Bowie – Under Pressure
  21. Manfred Mann´s Earth Band – For You
  22. T.Rex – Hot Love
  23. Toto – Rosanna
  24. Tears for Fears – Everybody wants to Rule the World
  25. Fleetwood Mac – Little Lies
  26. Dr. Alban – It´s My Life
  27. Fleetwood Mac – Seven Wonders
  28. Toto – Africa
  29. Billie Eilish – Happier than Ever
  30. Laura Branigan – Gloria
  31. Bryan Adams – Summer of 69
  32. Rick Springfield – Jessie´s Girl
  33. Pulp – Disco 2000
  34. Joachim Witt – Goldener Reiter
  35. Gigi D´Agostino – The Riddle
  36. The Who – Baba O`Riley
  37. Haddaway – What is Love
  38. Culture Beat – Mr. Vain
  39. Royal Republic – Superlove
  40. Earth, Wind & Fire – September
  41. OMD – Sailing in the Seven Seas
  42. Hercukes & Love Affair – Blind
  43. Witt & Heppner – Die Flut
  44. The Temper Trap – Love Lost
  45. Tom Gregory – River
  46. Bausa & Apache 207 – Madonna
  47. GO_A – Solovey
  48. Costa Cordalis – Anita
  49. Pet Shop Boys – It´s A Sin
  50. Eiffel 65 – Blue (Da Ba Dee)

Flop Songs des Jahres

7. Maneskin – I Wanna Be Your Slave

Für niemanden ist es ein größeres Rätsel, warum ich Maneskin nicht mag, als für mich. Während ich „Zitti E Buoni“ auch noch was abgewinnen kann, war der Song für mich einfach schwach.

6. Adele – Easy on Me

Adele kommt zurück und die erste Single ist diese triefende Altballade. Ich mag die Dame eher, wenn sie ein wenig Varianz in ihren Songs hat.

5. The Weeknd – Save Your Tears

Der schlimmste Song von The Weeknd ever. Klingt wie die B-Seite von „Blinding Lights“, die nie jemand hören sollte.

4. Dua Lipa & Elton John, PNAU – Cold Heart

Ich mag Dua Lipa, aber warum sie ein Elton John MashUp mit Dumpfbass machen musste, will sich mir nicht erschließen.

3. Pink – Cover Me in Sunshine

Ja ich finde die Idee auch süß, der eigenen Tochter einen Song zu widmen, aber nach wochenlanger Omnipräsenz hat es mich nur noch genervt.

2. Glass Animals – Heat Waves

Ich weiß jeder mag diesen Song, aber Nein, einfach Nein. Ein furchtbares Gemisch aus Indie-Pop und TikTok Verdummung.

  1. Nathan Evans – Wellerman

Jeder sollte inzwischen von diesem Machwerk und seinen drölf Remixen genervt sein. Ich weiß das Jahr war für die meisten hart, aber eine solche Geschmacksverirrung ist nicht zu rechtfertigen.

Meine Topsongs des Jahres

50. Danny Vera – Rollercoaster

Wenn es rein nach Qualität geht, locker Top Ten, war mir aber zu traurig und meine Top Ten ist eher von süßlichen Songs geprägt. Wehmütiger, ehrlicher Countrysound aus den Niederlanden.

49. Royal Blood – Oblivion

Rock mit ein wenig Elektro gemischt. Gefällt mir natürlich, bin eher überrascht, dass es mir nicht noch mehr gefällt.

48. ATB, Topic, A7S – Your Love

Da kommt mein Club-Ich wieder durch und es dominiert diese Rangliste. Gute Neuauflage des gar nicht mal so guten Deep House Klassikers.

47. Dua Lipa feat. Da Baby – Levitating

Wäre der nicht so todgedudelt worden, er hätte Chancen gehabt in die Top Zwanzig zu kommen. So reicht der Song allein nicht, um den Flopsong zu verzeihen.

46. Mammoth WVH – Don´t Back Down

Straighter Hard Rock, der genauso aus dem Ende 1970er stammen könnte mit modernster Studotechnik von Wolfgang Van Halen. Ist gut.

45. Vincent Bueno – Amen

Niemand mochte den österreichischen ESC Song aus diesem Jahr, niemand außer mir. Geht mir ans Herz und das ist alles, was der Song machen soll.

44. Abba – Don´t Shut Me Down

Etwas enttäuschend, aber die Abba-Harmonien sind zu gut, um nicht auf der Liste aufzutauchen.

43. Elton John, Years & Years – It´s a Sin

Wenn Elton John andere Leute covert, darf er das. Wenn er mit Years & Years einen Pet Shop Boys Klassiker covert, frohlocke ich natürlich.

42. Doja Cat – Woman

Alle Welt wird das als besten Song Doja Cats aus diesem Jahr abgespeichert haben und ich sehe warum, ist allerdings weniger mein Geschmack als letztes Jahr „Say So“ und der Song, der es bei mir weiter nach oben geschafft hat.

41. Teflon Brothers feat. Pandora – I Love You

Hier wird wirkliches alles aus der 80er Musikwelt ausgegraben und dann ist das in den Strophen noch auf Finnisch. Herrlich bescheuert, ich liebe es.

40. The Killers – In The Car Outside

Die Killers haben ein neues Album und der einzige Track, der nahe an dem rankommt, weswegen ich die Killers mag ist „In The Car Outside“. Leicht melodramatisch, ein paar schöne Harmonien und Brendon Flowers Stimme wärmt mich auf.

39. Vengaboys – 1999 (I wanna go back)

Das größte Comeback des Jahres: Die Vengaboys sind zurück und liefern den Soundtrack meines Lebens. Ist Trashpop, wie man ihn von den Vengaboys erwarten würde, aber dafür liebt man sie ja.

38. Steps feat. Michelle Visage – Heartbreak in this City

Steps klingen so als wollen sie mit aller Macht für das Vereinigte Königreich zum ESC fahren. Europopschlager at it´s Best, mag ich natürlich.

37. Shouse – Love Tonight

Der Club ruft. Hypnotischer Clubbeat, einnehmender Chorus, ich will auf die Tanzfläche, sobald ich den Song höre.

36. Galantis, David Guetta, Little Mix – Heartbreak Anthem

Tanzflächensong in ultrasüß. Mein Musikgeschmack schwankte dieses Jahr bedenklich oft in Richtung 19-Jährige Erstine, aber da kommen noch mehr Beispiele.

35. Tyriant – My Love (VIP MIX)

Aus der Reihe habe ich durch Zufall entdeckt und trifft genau meinen Geschmack was Clubnummern angeht. Exaltierende Synthies, klarer Beat, da verzeihe ich auch den Übereinsatz von Autotune.

34. Majestic – Rasputin

Gute Neuauflage des vergessenen Boney M Klassikers. Technisch gesehen wurde nur ein 2021 Beat drunter gelegt, aber hier hat das für mich funktioniert.

33. Gayle – abcdefu

Ein Song, der einen TikTok Hype hat und mich nicht abgrundtief nervt, hat alleine deswegen schon einen Platz hier auf der Liste verdient.

32. James Blunt – Love under Pressure

Ich mag James Blunt, nicht nur aufgrund seines Twitter-Sarkasmus, sondern auch wegen seiner Musik. Das ist Wohlfühlmusik, sicher, aber gute Wohlfühlmusik und seine Stimme taugt meinen Ohren einfach.

31. Billie Eilish – Oxytocin

Billie zum ersten: Hier mit der hypnotischen Elektronummer „Oxytocin“, die ich kaum in Worte fassen kann. Stattdessen empfehle ich einfach nur anhören.

30. Navos – Believe Me

Klingt ein bisschen nach Old School House der 2000er mit gefälligen Poptext, der das ganze eher in die Poprichtung stößt. Ist nicht originell, gefällt mir aber sehr.

29. Barbara Pravi – Voila

Ein französischer Chanson. Natürlich komme ich darauf mithilfe des Eurovision Song Contests, wo dieser Emotionsvulkan völlig zurecht den zweiten Platz belegt hat. Danke für dieses Werk.

28. Joel Corry, Raye, David Guetta – Bed

Letztes jahr hatte Joel Corry mit „Head & heart“ einen richtigen Hit. Dieser Song hier gefällt mir jedoch besser, was nicht nur an Sängerin Raye liegt, sondern auch am dominanteren Beat.

27. Blasemafian feat. Hazel – Let Loose

Gib mir Bläser, gib mir nen Housebeat ich bin dabei. Daher sollte meine Zuneigung für „Let Loose“ nicht weiter verwundern. Versteht das als Plädoyer für mehr Bläser in EDM-Songs.

26. Rauw Alejandro – Todo De Ti

Synthie-Pop mit einem Tropfen Restlatino (wofür Rauw Alejandro eigentlich steht). Das ist schmissig, wenn auch sehr repetitiv.

25. Alex Christensen & The Berlin Orchestra feat. Ronan Keating – Smalltown Boy

Jetzt macht der Christensen also die 80er. Soll mir Recht sein. „Smalltown Boy“ ist aus dem neuen Album mit dem Berlin Orchestra jedoch der mit Abstand beste Song.

24. Provinz, Majan, Jeremias – Liebe zu dritt

Wenn ein Song in dieser Liste nach Lehramtsstudentin klingt, dann dieser, aber was soll ich sagen, ich mag den. Das Sprachbild ist drollig, der Song klingt für mich nach Sommer und das Volle Kanne.

23. Silk Sonic – Leave the Door Open

Silksonic, das Musikprojekt von Bruno Mars und Anderson Paak, hat dieses Jahr geliefert. „Levae the Door Open“ ist eine warme Soulballade, in der Mars gesanglich glänzen darf.

22. Olivia Rodrigo – brutal

Gut, Brutal ist der Song nicht, aber auch hier spielt Olivia Rodrigo die Pop-Rock Attitüde voll aus und liefert ein kurzes knackiges Stück Powerpop.

21. Ed Sheeran – Bad Habits

Hat sich schamlos aus „Smalltown Boy“ bedient und enttäuscht die Fans, die nur folklorige Balladen und Popsongs erwarten. Das Musikvideo ist ganz großer Schmu, der Song aber extrem gefällig.

20. Mr. Orange – About Love

Noch einmal eine eher unbekannte melancholisch angehauchte House-Pop Nummer. Hat mich vom Gefühl her ein wenig an die alten Gigi D´Agostino Nummern erinnert, auch wenn es vom Stil her nichts damit gemein hat.

19. The Kid Laroi feat. Justin Bieber – Stay

Ehrlicherweise ist das ein Strukturplagiat von „Blinding Lights“ komprimiert auf zweieinhalb Minuten. Gefällt mir aber dennoch, ich bin einfach Sucker für diese 80er Retro-Nummern und das obwohl hier Justin Bieber mitmischen darf.

18. Ava Max – EveryTime I cry

Ich mache es kurz: „EveryTime I Cry“ ist Ava Max bester Song seit „Sweet But Psycho“. In einem schwächeren Jahr wäre das ein Top Ten Kandidat gewesen.

17. Purple Disco Machine feat. Sophie Turner – Fireworks

Der Running Gag seit Jahren: Immer ist Purple Disco Machine in meiner Liste dabei, nie schafft er es in die Top Ten. Lange habe ich gedacht, dass „Fireworks“ es schaffen würde und es ist ein sehr guter Popsong, der es dann doch nicht noch weiter nach oben geschafft hat.

16. The Roop – Discotheque

Nicht so stark wie „On Fire“, dennoch für mich ein wunderbarer Song, der gleichzeitig Old School und modern ist. Danke für den Staccatobeat.

15. Riton, Nightcrawlers feat. Mufasa & Hypeman – Friday

Formel 1 Fans kennen den als den Lando Norris Song und so richtig gut ist das nicht, aber ich mag den Song einfach, vor allem wenn der im Club läuft.

14. Tom Gregory – River

Tom Gregory hatte letztes Jahr einen Sängercredit beim VIZE-Song „Never Let Me Down“. Jetzt liefert er einen guten, eingängigen, schmissigen Popsong mit dominanter Rhythmusgruppe.

13. Olivia Rodrigo – good 4U

Olivia Rodrigo zum Zweiten: „good 4U“ ist ein Klassepopsong, auch wenn er unverkennbare Ähnlichkeiten mit einem Paramoresong hat. Endlich Mal wieder eine junge Sängerin, die einen Popsong mit einer E-Gitarre macht, I like it a lot.

12. Doja Cat feat. SZA – Kiss Me More

Die etwas melodramatischere Version des letztjährigen Discovehikels „Say So“. Natürlich ist das auch hier synthetisch produziert, aber dennoch hat „Kiss Me More“ ein wenig mehr Wärme als „Say So“.

11. The Weeknd – Take My Breath

Max Martin macht für The Weeknd die Nummer, die Giorgio Moroder mit Michael Jackson gemacht hätte. Trieft nach Morodersounds ohne Ende, ist aber weit weniger glattpoliert wie die meisten Max Martin Nummern.

10. Ofenbach feat. Lagique – Wasted Love

Titelnummer einer Love Island Staffel. Spricht gegen den Song, ich mag aber die Nummern von Ofenbach und die hier ist die beste. Der Spagat aus Clubnummer und Radiofreundlich ist hier am besten gelungen und ich mag Onomatopoesie in Housenummern.

9. Bausa, Apache 207 – Madonna

Das Geschrei wird groß sein. Ist mir egal, ist einer meiner Lieblingssongs des Jahres und ich verachte den kommerziellen Deutschrap der letzten Jahre. „Madonna“ ist einfach awesome.

8. Eric Saade – Every Minute

Der beste Popsong, der komplett nach 2021 klingt. Hörbar inspiriert von Topics „Breaking Me“ allerdings mit deutlich geringerem Tempo und insgesamt reduzierter. Eric Saade ist jetzt nicht der begnadetste Sänger, ist mir aber auch egal.

7. Silk Sonic – Skate

Ach, so mag ich meine Musik. Warm, wohlig und zeitlos. „Skate“ ist die moderne Version einer glückseligen Motownnummer, getragen von Bruno Mars Stimme, zaubert mir dieser Song immer ein Lächeln ins Gesicht.

6. GO_A – SHUM

Was für ein Track. Irgendwo im Dunst der elektronischen Tanzmusik, breitet sich der diesjährige ESC-Beitrag aus der Ukraine aus. Ein hypnotisches Werk, das All-In geht und bei mir den Jackpot knackt.

5. Clara Klingenström – Behöver inte dig idag

So mag ich meine Musik, melancholisch, süß, warm. Klingt bescheuert, wenn man weiß, dass ich genauso gut gemachte generische Popsongs schätze, aber Clara Klingenström bietet ein Wort, was man bei schwedischer Popmusik immer weniger erwartet: Authenzität.

4. Sparks – So May We Start

Mit den Stimmen der Hauptdarsteller aus dem Anti-Musical „Annette“ gelingt ein schmissiger Auftakt in den Film, der auch weit über den Film hinaus strahlt. Ein famoser Ritt, der melodisch minimal läuft und dennoch ungeheure Kraft entwickelt.

3. Olivia Rodrigo – drivers license

Olivia Rodrigo zum dritten: Ihr erster Song ist auch ihr bisher bester und ich ärgere mich den erst im November gehört zu haben. Ein fantastisches Werk, das beim ersten Hören voller Überraschungen steckt und sowohl mein Herz und mein Musikhirn anspricht.

2. Fyr og Flamme – Ove Os Pa Hinanden

Ein Duo, das nur 80er Jahre Musik macht. Finde ich fantastisch und dann fahren die mit einem Discofoxschlager mit Italo-Disco-Elementen zum ESC. Mit riesigem Abstand mein meistgehörter Song des Jahres und lange Zeit die unangefochtene Nummer Eins.

1. Billie Eilish – Happier than Ever

Und dann kam Billie: „Happier than Ever“ beginnt ganz behutsam mit einer Ukulele und baut sich langsam auf, um dann nach zweieinhalb Minuten zu explodieren. Normalerweise würde ich die Überproduktion ankreiden, aber hier hat das alles Konzept, ist stimmig abgestimmt, weswegen die schiere Emotion überhandnimmt. „Happier Than Ever“ ist der beste Song des Jahres.

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