Am heutigen Donnerstag findet das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contests in Rotterdam statt. 17 Acts sollten auf der Bühne stehen. Island muss jedoch aufgrund eines Covid19-Falls auf die Probe zurückgreifen, die stattdessen eingespielt wird. Deutschland ist für das zweite Halbfinale NICHT stimmberechtigt. Das Halbfinale kann ab 21 Uhr auf ONE im linearen Fernsehen gesehen werden und auf YouTube mit internationalen Kommentar auf dem Kanal des Eurovision Song Contests gestreamt werden.

Vor dem Überblick über die Teilnehmer ein kurzer Rückblick auf das erste Semi: Von den zehn von mir prognostizierten Finalteilnehmern haben es acht ins Finale am Samstag geschafft. Anstelle von Kroatien und Rumänien haben es Israel und Aserbaidschan ins Finale geschafft. Mal schauen, ob ich heute mehr richtige Tipps abgeben kann:

1: San Marino – Senhit feat. Flo Rida „Adrenalina“

Flo Rida ist in Rotterdam eingetroffen und ist mit der Durchlaufprobe eingestigen. Die Wettquoten reagieren positiv, aber ein wenig Skepsis bleibt bei mir immer noch, ob der überladenen Inszenierung für den leicht schwachbrüstigen Ethnobanger, der eher in die 2000er beim ESC passen würde.

2: Estland – Uku Suviste „The Lucky One“

Uku Suvistes Ausstrahlung lässt Lemon Brothers Financiers sympathisch erscheinen und sein Song ist zwar nicht schlecht, aber aus der Kategorie Nachmittagstelenovelaschmonz. Dafür sind die Finalchancen gar nicht so schlecht.

3: Tschechien – Benny Christo „Omaga“

Oh mein Gott, das Wortspiel ist so schlecht und der Song zwar modern, aber ohne den letzten Kick. Das wäre nicht so schlimm, wenn das ganze Live nicht auch den Rest an Charme (der mich zum Beispiel das Lied mögen lässt) verlieren würde. Klares Semiaus für Tschechien.

4: Griechenland – Stefania „Last Dance“

Tolles Outfit (ich will es unbedingt haben), coole Inszenierung (auch wenn es Greenscreenparty ist), da vergisst man, dass es schon ein deutlich besseres „Last Dance“ gab und der Song Durchschnittskost ist. Immerhin präsentiert die erst achtzehnjährige diese Ansprechend.

5: Österreich – Vincent Bueno „Amen“

Auch wenn die Buchmacher das als Borderlinequalifier sehen. Meiner Meinung nach ist das der Jurysieger im zweiten Semi. Das allein wird schon für die Finalteilnahme reichen und Televotes sollte es für die emotionale Ballade auch geben.

6: Polen – Rafal „The Ride“

Wenn meine Freunde zu einer 80er-Mottoparty erscheinen würden, wären sie glaubwürdiger als Rafal mit seiner Nummer, die klingt als wäre sie aus dem schlechtesten Italo-Disco-Sampler der 80er zusammengeklaut. Ohne Diaspora wäre das der letzte Platz.

7: Moldawien – Natalia Gordienko „Sugar“

Wie sie die Möglichkeit eine Bühne als Süßwarenladen zu inszenieren, weggeschmissen haben ist unverzeihlich. So bleibt „Sugar“ ein blasses, unentschlossenes Stück Dance-Pop, welches auch nicht gut gesungen wird.

8: Island – Dadi Freyr og Gagnagnio „10 Years“

Island kann nicht Live auftreten. Die Siegchancen sind damit endgültig dahin. Für das Finale sollte es für den fröhlichen Discopop, der aber etwas sperriger als sein letztjähriger Hit „Think about Things“ ist, locker reichen.

9: Serbien – Hurricane „Loco Loco“

Vor den Proben war Serbien für mich ein sicherer Ausscheider. Doch Live machen Hurricane ihren Namen aller Ehre und präsentieren das lahme „Loco Loco“ mit so viel Feuer, dass es dank er Televotes auch ohne jugosslawische Unterstützung reichen könnte.

10: Georgien – Tornike Kipliani „You“

Nein, dieser Song ist nicht schlecht, aber er wirkt wie ein Schlaflied, das genauso als Rausschmeißer im Nachtclub fungieren könnte. Georgien ist der Kandidat für den letzten Platz, auch weil die Jury im ruhigen Segment mehr Auswahl hat als im ersten Semifinale.

11: Albanien – Anxhela Peristeri „Karma“

Die einzige Balkanballade, wenn auch nur so halb. Anxhela Peristeri singt furios ihren Song über das Karma und wenn selbst die Buchmacher, die Albanien chronisch unterschätzen, das im Finale sehen, dann wird das souverän ins Finale einziehen.

12: Portugal – The Black Mamba „Love is on my Side“

Zweiter Dark Horse Kandidat im zweiten Semi. Die gefällige, stilvolle Inszenierung lässt die Redundanz des leicht jazzigen Beitrags mit der herausstechenden Stimme etwas vergessen und Juryfutter ist „Love is on my Side“ sowieso.

13: Bulgarien – Victoria „Growing Up is Getting Old“

Eine ganz sanfte Ballade erwartet uns dieses Jahr aus Bulgarien. Manche sagen „Growing Up is Getting Old“ sei banal, ich empfinde es als gefühlvoll und auch bei Bulgarien hilft die Inszenierung diesen Effekt zu verstärken. Bulgarien könnte das Semi gewinnen.

14: Finnland – Dark Channel „Blind Side“

Sie wollen die finnischen Linkin Park sein, wirken jedoch eher wie eine mittelmäßige Blink 182 Coverband. Dark Channel bringen poppigen Metal, der leider seine Zielgruppe finden wird, auch wenn ich glaube, dass die Jurys das konsequent rausvoten würden.

15: Lettland – Samantha Tina „The Moon is Rising“

Samnatha Tina krakeelt über Gleichberechtigung und Feminismus, zumindest sagt sie das, um die Qualifikationschancen ihres gleichermaßen modernen und nervigen Tracks mit Dubstep und Trapanleihen zu erhöhen. Könnte dennoch auf dem letzten Platz landen und das zurecht.

16: Schweiz – Gjon´s Tears „Tout l´univers“

Eine gefühlvolle Nummer, die fast schon Celine Dionesk am Ende explodiert und dann inszenieren die Schweizer das mit Ausdruckstanz und lassen das schneiden wie ein Hip-Hop-Video. Scheinbar war das gestern besser, denn die Schweiz macht bei den Wettquoten wieder Boden gut. Ins Finale wird das souverän einziehen.

17: Dänemark – Fyr og Flamme „Ove Os Pa Hinanden“

Es wird eng für Fyr og Flamme. Der Startplatz hilft dieser 80er-Revue sicher und ganz ehrlich, ein ESC Finale ohne Dänemark dieses Jahr ist möglich aber sinnlos. Diese pure Freude muss ins Finale, von daher hoffe ich auf einen Topauftritt der beiden.

Folgende Beiträge sehe ich im Finale (in der Reihenfolge, wie ich ihre Finalchancen einordne):

Bulgarien

Island

Schweiz

Österreich

Griechenland

Portugal

Finnland

Albanien

Dänemark

San Marino

Dementsprechend draußen sehe ich folgende Beiträge (je weiter unten, desto unwahrscheinlicher ist ein Finaleinzug):

Serbien

Moldawien

Estland

Lettland

Tschechien

Polen

Georgien

Verschlagwortet mit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s