Heute dreht sich „Schräg, aber gut“ um eine Frage: Kann ein Film einen Song beeinflussen? Natürlich wird der aufmerksame Leser sagen, viele Filmsongs entstehen erst aufgrund eines Films. Von daher präzisiere Ich: Kann ein Film einen späteren Song beeinflussen? Ja und das Paradebeispiel ist „I don´t want a lover“ der 1989er Debüthit der schottischen Band Texas.

Gegründet von Bassist John McElhone lebte das urspüngliche Quartett von Sängerin Sharleen Spalteri. Die damals achtzehnjährige hatte kurz zuvor einen Song geschrieben, dessen Text nach der Dickköpfigkeit einer Achtzehnjährigen schrie: „I don´t want a lover“. Als die Band mehr als zwei Jahre nach Gründung einen Majorplattenvertrag überarbeiteten McElhone und Spalteri den Song. Wie schon bei der Bandgründung erinnerten sie sich an einen ihrer Lieblingsfilme: „Paris, Texas“ von Wim Wenders. Der Bandname der Glasgower rührt vom Titel des Preisträgers der Goldenen Palme. „Paris, Texas“ beginnt mit einer Wüstensequenz, die mit einer eigenwilligen Musik unterlegt ist. Für den speziellen Sound ist die Slide-Gitarre verantwortlich. Spalteri ist sich sicher, so eine Slide-Gitarre braucht ihr Song auch. Gitarrist Alistair McErlaine konnte die Slide-Gitarre jedoch nicht spielen, sodass Spalteri kurzerhand selbst das charakteristische Intro einspielt. Schnell gesellt sich zur Slide-Gitarre die durchgängige Bassdrum bis Splateris Gesang über ihre Unabhängigkeit von Männern singt. Im Januar 1989 wird „I don´t want a lover“ zum Top Ten Hit in Großbritannien, auch aufgrund seines markanten Intros. Der weitere Song ist ein solider Pop-Rock Grower, der von Bassdrum dezenten Keyboardflächen und Splateris Gesang getragen wird und mit einer ungewöhnlich starken Bridge aufwarten kann.

Die ungewöhnliche Single sollte Texas eine langjährige Karriere mit einigen Hits sichern. In Deutschland war ihr größter Hit die 2000 veröffentlichte Single „Summer Son“, dessen Geschichte ich sicher auch noch erzählen werde. Texas veröffentlichen noch heute, wenn auch mit leicht veränderter Besetzung Alben und touren regelmäßig. Dennoch ist Texas sicher eine der meist unterschätzten Pop-Rock Formationen der letzten dreißig Jahre.

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