Heute Vormittag fühlte ich mich mies, richtig mies. Ich konnte es kaum verbergen. Teils war das begründet, so beschwerte sich mein Vater über den Geruch des Zeugs (Nagellackentferner) und zeigte subtil, dass er meine Transsexualität für eine Phase hält. Er will nicht verstehen, dass solange ich das dachte mit niemandem darüber gesprochen habe. Außerdem fühle ich mich schlecht, weil eigentlich wollte ich schon lange den Osterurlaub unserer Freundesgruppe organisiert haben, aber irgendwie komme ich nicht dazu neue Alternativen zu sichten (bisher war unser Alter immer ein Problem).

Nach vergeblicher Suche musste ich einsehen, dass ich einen geschenkten Haarreif von Josy verloren hatte. Obwohl das Teil kaum was Wert ist, hat es mir den letzten Rest gegeben. Also war meine Laune mies und ich überlege mir ausnahmsweise selbst ein Ersatzhaarreif zu kaufen, weil ich auch trotz schwieriger Finanzlage nicht nur auf die Hilfe meiner Freundinnen angewiesen sein will. Der Deutschunterricht rettete meinen Tag, da ich dort glänzen konnte, obwohl ich Kafkas „Der Proceß“ kaum gelesen habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Prozess metaphorisch gemeint ist und eine Persönlichkeitsänderung gemeint ist. Vielleicht ist das auch einfach eine subjektive Übertragung, nur sollte mein einjähriger Prozess nicht enden wie der von Josef K.

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