Bubblegum Pop ist ein teilweise verachtetes Genre. Nicht zu bestreiten ist, dass es sich um simpel gestrickte, Ohrwürmer provozierende, kommerzielle Art des Musikmachens handelt. Fast schon symbolisch für Bubblegum Pop stehen Boygroups und Girlgroups, die ab den Neunzigern die Charts elektrisierten. Ein inzwischen vergessenes Beispiel ist die britische Formation Atomic Kitten, die Anfang der Zweitausender die Charts eroberten. Inzwischen ist Atomic Kitten zumindest außerhalb ihrer britischen Heimat aus der popkulturellen Erinnerung verschwunden, wie ich auch an mir gemerkt habe. Da ich jetzt mich daran begeben habe, meine Offlinemusik bzw die Spotifyäquivalente in Playlisten einzuordnen, bin ich wieder auf die Band gestoßen und „Whole Again“ ist mein Ohrwurm der Woche geworden, was ich spätestens beim Einkauf bemerkt habe. Da aktuell die übliche Dudelmusik abgestellt ist, fing ich irgendwann an „Whole Again“ vor mir hin zu dudeln, bzw in meinem Kopf, da singen ja aktuell nicht so gut ist.

„Whole Again“ ist der erfolgreichste Song der Girlgroup und im Gegensatz zu den anderen großen Hits keine Coverversion, sondern eine Komposition für das Trio, welches ab 2001 aus Liz McClarnon, Natasha Hamilton und Jenny Frost bestand. Die beiden letzteren lösten nach Erfolglosigkeit Kerry Katona (die Jahre nach ihrer Schwangerschaft zur Band zurückkehrte) und Heidi Range (die später Teil der Sugababes wurde) ab. Kopf hinter der Band war jedoch der OMD Frontmann Andy McCluskey, welcher nicht nur die Band gründete sondern auch „Whole Again“ komponierte. „Whole Again“ ist eine zeitgenössische Popballade, emotional mit viel Zucker, typische Bubblegum. Die Instrumentalisierung ist passend zu McCluskey elektronisch gehalten. Die Popballade ist dynamisch stark auf den Refrain fokussiert, dennoch mit einem langsamen Aufbau und vergleichsweise kurzen Refrain ausgestattet. Daneben ist mit einem orgelimitierenden Synthesizer als Hauptmelodieträger trotz des Massenfaktors des Songs die benötigte Eigenständigkeit gewährleistet. „Whole Again“ wurde dadurch ein Nummer Eins Hit nicht nur in Großbritannien sondern auch in Deutschland.

Die folgenden Coversongs „Eternal Flame“ und „The Tide is High“ waren noch größere Hits, woraufhin sich die Band von McCluskey lossagte. Daraufhin brachten sich die drei Damen mehr ins Songwriting ein, bis Jenny Frost 2004 ausstieg und der kommerzielle Erfolg nachließ, dennoch sind Hamilton und McClarnon bis heute unter dem Bandnamen aktiv.

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2 Kommentare zu „Beeinflusst (69) – Atomic Kitten „Whole Again“

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