Schwuppsdiwupps ist schon Freitag Abend und ich habe keinen Blogbeitrag für heute vorbereitet, nun heißt es zu improvisieren. Daher gibt es heute Abend einen Song aus der Kategorie „One Hit Wonder, den man einer bekannten Band“ zuschreiben würde. Soul Asylum wurde 1983 in Minneapolis (welch Überschneidung mit dem Act der letzten Woche) gegründet. Der Musikstil wird als Alternative Rock beschrieben, eine Zuschreibung die auch auf ihren großen Erfolg, dem melancholisch, balladigen „Runaway Train“ zutrifft. Herausstechend ist jedoch die Stimme von Sänger Dave Pirner, die bei ungenauem Hinhören jener des Smokiesängers Chris Norman zum verwechseln scheint.

Passenderweise könnte der ganze Song als letztes Lebenszeichen der Band, die im Fahrwasser der Glam-Rocker Mitte der Siebziger einige Charterfolge vorweisen konnte, durchgehen. Der Gitarrenklang, der hier mithilfe von Westerngitarren entstand, könnte genauso von Smokie stammen. Was eindeutig gegen eine Hommage an den Smokiesound spricht ist der fehlende Bekanntheitsgrad der Band in den Vereinigten Staaten. Während Smokie beispielsweise in Deutschland einen Run von acht Top Drei Songs in Folge hinlegen konnte, hat es in den USA einzig „Living next door to Alice“ in die Top 25 der Billboardcharts geschafft. Überhaupt war Soul Asylum vor dem kommerziellen Durchbruch eher eine klassische Indie-Rock Band, die weit weg von einem melodischen Stil war. Dieser kam erst mit dem ersten Majorplattenvertrag 1988. Bis zum Durchbruch sollten jedoch weitere vier Jahre vergehen inklusive Plattenfirmawechsel. 1992 bei der Aufnahme von „Runaway Train“ war noch nicht abzusehen, ob der Song ein Hit wird, obwohl die Zutaten stimmten. Ein glücklicher Umstand war die Tatsache, dass der Film ein Musikvideo spendiert bekam, welches bei den Musiksendern schnell in Heavy Rotation lief. Das Musikvideo, gedreht vom späteren American History X Regisseur Tony Kaye blendete vermisste Kinder ein und startete mit einer schwarzblende inklusive Hinweis, dass über eine Million Kinder in den USA vermisst werden.

Das Musikvideo erwies sich als letzter Puzzlestein für den großen kommerziellen Heimat. In den USA reichte es immerhin für Platz Fünf, weltweit erreichte der Song Top Ten Platzierungen mit den besten Ergebnis in Schweden, Norwegen, Neuseeland sowie der Schweiz, wo „Runaway Train“ jeweils Platz Zwei der Charts erreichen konnte. Soul Asylum gewannen 1994 für diesen Song einen Grammy für die beste Rockperformance. Die größte Leistung ist jedoch, dass insgesamt 26 der im Video gezeigten Kinder in der Folge gefunden werden konnten. 2000 als Smokie ein Coveralbum mit dem neuen Frontmann (und schon vorherigen Bassisten) Terry Uttley aufnahmen, coverte die Band unter anderem „Runaway Train“.

3 Kommentare zu „Song der Woche (2) – Soul Asylum „Runaway Train“

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