Eigentlich müsste den Grünen Jamaika gefallen, aber auch ohne Ironie lässt sich eine Hinwendung zur Union erkennen.

Dabei polarisiert der keine etablierten Partei so wie die Grünen. Bis heute hallen die skurrilen bis hin zu verfassungsfeindlichen Vorschläge der Anfangszeit bei ihren konservativen Gegnern. Gerne werden Begriffe wie Wirtschaftsbremser, Öko-Heinis, Genderfantasen oder sogar Kindersexpartei gebraucht. Schwer vorstellbar, dass die Union mit dieser Partei an eine Koalition auf Bundesebene denkt. Sicher nicht, denn wenn man sich das ganze faktisch und rational betrachtet ist dies offensichtlich. 

Zunächst einmal sollte anhand der Ära Schröder bewiesen sein, dass die Grünen Realpolitik können. Allerdings hat dies zu einem weiteren Problem geführt. Die Spitze verliert den Kontakt zur linken, alternativen Basis. Ebenso haben die Grünen durch diese Art von Realpolitik auch in Baden-Württemberg unter Ministerpräsident Kretschmann Stammwähler verloren. Allerdings wage ich zu behaupten, dass dies kalkuliert ist, denn die Parteispitze besteht nicht aus Anton Hofreiters sondern aus Winfried Kretschmanns. Nahezu jeder politisch bedeutende Grüne ist dem Realosektor zuzuordnen. Das zählt für die Spitzenkandidaten Özdemir und Göring-Eckart, wie für den aufstrebenden Robert Habeck. Noch ist Habeck Umweltminister in Schleswig-Holstein. Dort wo das erste Jamaikabündnis auf Landesebene geschnürt wurde und die Grünen dank ihres Spitzenkandidaten Rekordwerte bei der Landtagswahl erzielten. Deswegen haben die Grünen konservative Wähler trotz ihrer Umweltlinie für sich gewinnen können. Denn diese wird für Macht und Gestaltung gerne hinten angestellt. 

Dies könnte langfristig zur Gefahr werden, denn eine Grüne, die nicht für ihre Ideale kämpft ist nutzlos, denn Umweltschutz haben im gewissen Maße alle etablierten Parteien, selbst die FDP, im Angebot. Ein Jamaikabündnis bringt deswegen neben Machtoptionen auch Gefahren. Die Gefahr die Stammwähler und die Basis zu verprellen und dann nicht auf die Wechselwähler zählen zu können. Die Grünen stehen vor einer Zerreißprobe, mit offenen Ausgang.

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