Auch wenn dies hier nur ein persönlicher Blog ist, versuche ich immer so rational, so begründbar wie möglich bei meinen Film & Songbewertungen zu sein. Heute gibt es eine Ausnahme, denn heute soll es um meine absoluten Lieblingssongs gehen. Ähnlich wie bei den Filmen gilt, dass ich diese Songs nicht für die besten aller Zeiten halte, sondern es die sind, die ich am liebsten und am häufigsten höre. Deswegen soll es heute um die 50 Songs gehen, die mich nachhaltig geprägt haben, hier sollen sie gebündelt Platz finden, auch wenn sie alle gesondert gewürdigt gehören. Dabei sind gerade mal ein Viertel seit meiner Geburt erschienen, sonst wird die Liste sehr Klassikerfixiert und auch wenn es gerade bei Musik beliebt ist, edgy zu sein, finden sich fast nur Hits oder Songs, die inzwischen als allgemeine Klassiker gelten, wenn nicht in Deutschland, dann international. Um das ganze zu variieren, wird jeder Interpret nur einmal dabei sein. Daher hier schon mal ein Shout-Out mit Bands, Sängern und Sängerinnen, die es nicht ganz in die Liste geschafft haben:

The Beatles, The Who, Talking Heads, Deep Purple. David Bowie, Dire Straits, OMD, Depeche Mode, Adele, Bruce Springsteen, MGMT, The Rolling Stones, Eminem, Nirvana, Franz Ferdinand, FUN, Amy Winehouse, Abba, Madonna, Britney Spears, Faithless, Bonny M, Supertramp uva

Um das ganze noch ein bisschen zu garnieren, gibt es auch ein paar Ideen meiner Freunde, was bei mir ganz weit vorne sein könnte:

Earth, Wind & Fire – Boogie Wonderland

Queen – Don´t Stop Me Now

Robbie Williams – Angels

Liquido – Narcotic

Santa Esmeralds – Don´t Let me be Missunderstood

Lipps Inc – Funkytown

Penny McLean – Lady Bump

Rednex – Cotton Eye Joe

Platz 50: La Bouche – Be my Lover (1995)

La Bouche heißt auf französisch der Mund und aus Melanie Thorntons Mund kam eine schöne Gesangsstimme. Bei Frank Farians Eurodanceprojekt war jedoch die Kraft der Stimme gefragt. Pumpende Bässe bestimmten die Songs, wenn ein Interpret des Eurodances nah am 80er Hi-NRG Sound war, dann war es La Bouche. Vielleicht auch deswegen konnten La Bouche zum erfolgreichsten Eurodanceprojekt in Nordamerika werden.

Anekdote: Der Song war auf einem Chartshowsampler, die ich mir mal gekauft habe und es ist einer dieser Songs, bei denen ich nicht still sitzen kann, so wie auch auf Autofahrten, wenn besagte CD im CD-Wechsler lag und zumindest meine Extremitäten ein wenig Disco im Auto machten.

Platz 49: Dusty Springfield – In Private (1989)

Den ein oder anderen wird es vielleicht verwundern, warum es dieser Song von Dusty Springfield in meine Top 50 geschafft hat. Wer allerdings meinen Musikgeschmack kennt, sollte wissen, dass der Song genau wie für mich gemacht ist. Da ist der Synthpop der 80er (produziert & geschrieben von den Pet Shop Boys), vermischt mit der Klasse von Springfields Stimme und dann das ganze im tanzbaren Rhythmus. Ergebnis: ich liebe den Song, ein inzwischen total unterschätzter Song.

Anekdote: Mein Vater mag keine Soulmusik, aber er liebt tanzbare Songs mit Synthesizern. „In Private“ fällt genau in seine zeit, so hat er mir hundert mal erzählt, dass er die Maxischallplatte mal verliehen hat und nie wieder bekommen hat. Dementsprechend hat mein Vater irgendwann auch eine Best Of CD von Dusty Springfield gekauft (liegt übrigens bei mir), aber nur wegen „In Private“. Eine Doppel CD mit über 40 Songs und es lief immer wieder nur der eine: „In Private“.

Platz 48: The Proclaimers – I´m gonna be (500 Miles) (1993)

Gibt es einen Song, der so unschuldig Gute Laune propagiert? Wahrscheinlich nicht. Auch wenn manche Kultursnobs den Song immer wieder in „The Worst Songs of all Time“ hineinpacken, wer von der Energie und Freude dieses Songs gepackt wird, der hat seine Gefühle auch im Eisschrank gelagert. Von daher ein großes „Tadaa“

Anekdote: Dieser Song ist einer von zwei Gründen, warum ich angefangen habe „How I Met Your Mother“ zu gucken. Zufälligerweise bin ich mal bei der Folge „Arrividerci, Fiero“ hängengeblieben, in der Marshalls Pontiac das zeitliche segnet. Getragen wird das ganze auch vom Running Gag, dass das Kassettendeck die Kassette von „I´m gonna be (500 Miles)“ nicht ausspuckt. Ein seitdem immer wieder kopierter Gag.

Platz 47: Simon & Garfunkel – The Sound of Silence (1964)

Auch wenn der Song erst mit den E-Gitarren und dem Titel „The Sounds of Silence“ zum Hit wurde, man sollte beim Original bleiben (oder das äußerst gelungene Disturbed Cover hören). Kein anderer Song des Folk-Duos Simon & Garfunkel (ua Hits wie „Cecilia“, „The Boxer“ oder „Mrs. Robinson“) hat eine solche weitreichende Wirkung erzielen können wie jener Song, der verspätet den Durchbruch brachte.

Anekdote: Von allen Songs auf dieser Top 50 Liste höre ich den im Schnitt am seltensten. aber wenn dann erzielt er eine Wirkung, wie nur die größten Songs der Popgeschichte und das obwohl Autor Paul Simon den Song im Nachhinein schlecht findet, aber jeder darf mal irren. Nochmal Danke für dieses simple, aber nahgehende Meisterstück.

Platz 46: The Bee Gees – Stayin Alive(1977)

Der Discosong schlechthin und falls es Menschen geben sollte, die den ernsthaft schlecht finden (also nicht, weil sie Discomusik nicht mögen, sondern weil sie den Song als schlecht ansehen) frage ich mich wie das sein kann. Barry Gibb sagte einmal „Man weiß nie, ob etwas ein Hit wird oder nicht. Außer bei „Stayin Alive“.“ Alles am Song passt, ein brennender Ohrwurm, ein Beat, der selbst den Tanzmuffel wie ein Magnet wirkt und die Falsettstimmen der Brüder. Ein perfekter Song.

Anekdote: So gut dieser Song ist, der Film für den er geschrieben wurde und den er eröffnet „Saturday Night Fever“ ist es nicht. Ich weiß noch wie schockiert ich war, als ich den geguckt habe. Wer nicht auf die Musik verzichten mag, kann sich den Soundtrack so gönnen. Der Vater eines Freundes hat das Album auf Schallplatte, den Rest könnt ihr euch denken…

Platz 45: Elton John – Rocket Man (1972)

Nicht bei allen Musikern ist die Frage nach dem Lieblingssong so eindeutig zu beantworten, wie bei den Bee Gees. „Rocket Man“ eine Pianoballade entspricht eigentlich nicht meinen Lieblingssongs, aber kaum ein Song ist so schön wie „Rocket Man“. Der Text über einen einsamen Astronauten geht nah, auch wenn David Bowie ähnliche Ideen hatte, der Trostlosigkeit stellt John das Klavier und die Harmonien entgegen.

Anekdote: Welche Wirkung der Song entfalten kann, zeigte vor einiger Zeit eine Samsungwerbung für VR-Brillen. Die ist nicht unerheblich dafür, dass der Song hier auftaucht, den Rest erledigte das gleichnamige Elton John Biopic mit Taron Egerton in der Hauptrolle.

Platz 44: Sofi Tukker – Best Friend (2018)

Den ganzen Rest an Featured Artists spare ich mir, soll es doch um das Alternative Dance Duo bestehend aus Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern gehen, dessen Songs ich alle ganz gut finde, aber keiner ist so ein Knaller wie „Best Friend“. Einer der besten Songs der letzten Jahre, hierzulande vor allem durch eine Applewerbung bekannt. Der Bass wabbert tief, die Stimmen wechseln sich perfekt ab, die Synthies sind wunderbar organisch.

Anekdote: Der Zufall wollte es, dass ich den Song durch meine beste Freundin lieben gelernt habe, als sie ihn mir mal vorgespielt hat, auch wenn ich mir den Titel zunächst nicht gemerkt habe. Je länger die Zeit voranschreitet, desto mehr scheint es, dass der Song mehr an mir als an ihr haftet.

Platz 43: Hercules & Love Affair – Blind (2008)

Wahrscheinlich der typischste Chicago House Track aller Zeiten, baut sich langsam auf, bringt Disco und House in gleichermaßen groovigen wie kantigen Einklang. Dazu noch die einprägsamen Samples und die simple, aber effektive Melodie. So mag ich meine elektronische Tanzmusik, der perfekte Übergangssong von Disco zu modernen Songs und umgekehrt.

Anekdote: Einer der wenigen Songs in der Liste, die eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Dementsprechend und wegen seiner Qualitäten spiele ich den immer wieder. So auch auf meinem letzten Geburtstag, wo eine bekannte meinte, der Song sei gut, endlich mal „Mission Accomblished“.

Platz 42: ZZ Top – Sharp Dressed Man (1984)

ZZ Top ist der seltsame Fall von Musikband, die weniger für ihre Musik als für ihr Erscheinungsbild präsent blieben. Dabei hat diese boogielastige Blues-Rockband einige großartige Songs geschaffen. Man kann streiten, ob das aus dem Frühwerk stammende „La Grange“ oder dieser Song vom hocherfolgreichen „Elevator“ Album der beste ist. Mein Herz sagt „Sharp Dressed Man“, die Mischung aus Synthiesounds mit dem typischen ZZ Top Sound ist einfach perfekt.

Anekdote: Auf meinem 20. Geburtstag war der Song auf meiner Playlist, ein Freund, der sich normalerweise aktueller elektronischer Tanzmusik zugehörig fühlt, sagte zu mir als der Song lief, „Ich feiere den gerade voll“. Ein erstklassiger Beweis für die zeitloe Qualität von „Sharp Dressed Man“.

Platz 41: Adele – Rolling in the Deep (2011)

Neben Ed Sheeran kann man Adele ohne Zweifel als den Musiksuperstar des zurückliegenden Jahrzehnts beschreiben. Der Song, der diesen Status möglich machte war „Rolling In The Deep“. Sollte Adele sonst größtenteils für zurückgenommene Klavierballaden stehen, war dies ein temporeicher vom Schlagzeug getragener Gospel gemixt mit der souligen, kraftvollen Stimme der Sängerin. Einer der wenigen Songs des letzten Jahrzehnts, die getrost als Klassiker gesehen werden können war geboren.

Anekdote: Mein dreizehnjähriges trotziges Ich war gefühlt der einzige musikaffine Mensch auf diesem Planeten, der das nicht so sah und dafür möchte ich mich rückblickend anbrüllen. Wie konnte ich so ein geniales Stück Musik bloß verschmähen…

Platz 40: Roxette – Dangerous (1989)

Irgendein Roxettesong musste dabei sein, aber wie das mit Lieblingsbands so ist, ist es nicht der einzelne Song, sondern das gesamte Schaffen, welches den Status als Lieblingsband einräumt und rechtfertigt. „Dangerous“ die dritte internationale Singleauskopplung des Zweitlings „Look Sharp“ ist heute vielleicht nicht mehr so bekannt wie „The Look“ oder „It must have been love“ aber er ist ein genauso zeitlos guter Song. Beginnend mit der Akustikgitarre baut er sich langsam auf, lebt vom Wechsel zwischen Per und Maries Gesang und hat einen warnenden Refrain, der dennoch Sing-Along Charakter besitzt.

Anekdote: Man überlegt ja, ob man nicht gerade schon alle Anekdoten zu einem Song erzählt hat, Gerade bei Roxette gab es zuletzt einen traurigen Anlass, die Anekdoten aus der Kiste zu kramen, aber eine habe ich noch. Als ich noch mehr Radio gehört habe und einen Umzug nach Rösrath hatte, suchte ich nach Radiosendern, irgendwann zappte ich durch und blieb beim privaten Rheinland-Pfälzischen RPR1 hängen und er spielte „Dangerous“ von Roxette. Ihr könnt euch denken, was in der Folgezeit mein Radiosender des Vertrauens wurde.

Platz 39: Tim Berg – Seek Bromance (2011)

Avicii und ich, zu Lebzeiten war das keine große Liebe, eher im Gegenteil, die meisten seiner Songs habe ich überhaupt nicht gemocht. Ein weiteres Synonym für Tim Berglings DJ-Tum war Tim Berg. Unter diesen Namen brachte er „Seek Bromance“ heraus, waren die Avicii Nummern immer ein Mischmasch aus Pop und Country, ist dies eine synthesizergetränkte Dancenummer ganz nach meinem Geschmack.

Anekdote: Eine der wenigen Dancepopnummern aus der Zeit, die ich nicht auf Maxi CD habe, es gab sie schlicht nirgendwo zu kaufen, selbst auf einen 20€ Sampler war das Lied nicht zu finden. Ein Grund, warum ich das Lied heute immer noch signifikant oft höre.

Platz 38: Manfred Mann´s Earth Band – For You (1980)

„For You“ ursprünglich geschrieben vom großartigen Bruce Springsteen wurde durch die Coverversion der Manfred Mann Earth Band zu einem Song für die Ewigkeit. Alleine das Kyeboardintro verdient größten Respekt, so wie das gesamte, mannigfaltig ausgearbeitete Arrangement, die den Stil der Band in Perfektion zeigt. Dazu die charismatische Stimme von Chris Thompson und fertig ist ein nahezu perfekter Song.

Anekdote: Eine Freundin klimperte mir mal was auf nem Keyboard vor, mit der bitte den zugehörigen Song herauszuhören und zu nennen. Ich konnte den Titel nicht nennen, erst Wochen später kam heraus, gemeint war „For You“ allerdings das Cover der Disco Boys.

Platz 37: Bon Jovi – Runaway (1984)

Richie Samborra ist sich sicher: „Wären wir damals schon eine bekannte Band gewesen, wäre das eine sichere Nummer Eins gewesen.“ Ich stimme ihm sofort zu, „Runaway“ hat alles: einen einprägsamen Refrain, eine clevere Dynamik, ein prägnantes Keyboardintro und Jon Bon Jovis leidenschaftlichen Gesang. So wurde „Runaway“ der Durchbruch für die Ha(a)rd Rock Band.

Anekdote: Tatsächlich konnte ich lange mit Bon Jovi nichts anfangen, bis ich an einem Tag meiner besten Freundin (durchs Elternhaus Bon Jovi geprägt) bei der Gartenarbeit half und zufällig dieser mir bis dato unbekannte Song lief. Ich merkte schnell, dass es sich hierbei um einen Bon Jovi Song handelte, lange Rede kurzer Sinn, seitdem mag ich Bon Jovi.

Platz 36: Frankie goes to Hollywood – Relax (1984)

Die Rückkehr des Konservatismus in der Popkultur lässt sich anhand 80er Jahre Bands zeigen, allen voran Frankie Goes To Hollywood. Waren alle Bandmitglieder schwul, das Musikvideo fast schon eine Orgie und der Text eine Beschreibung sexueller Akte, hat das zwar für einen Skandal bei BBC gesorgt, aber gleichsam den Song wochenlang auf Platz Eins befördert. „Relax“ hat mit seinem bombastischen Trevor Horn geprägten Sound die 80er definiert.

Anekdote: Immer wieder erwähne ich den Sonderstatus von „Relax“ aufgrund der Rolle des Textes und immer wieder ernte ich überraschte Reaktionen, Für die meisten Mitmenschen ist „Relax“ einfach nur ein verdammt guter Song.

Platz 35: Eiffel 65 – Blue (Da Ba Dee) (1999)

Italo Disco trifft auch Eurodance und einen für Kinder zu verstehenden Refrain und so entsteht einer der Ohrwürmer des Jahres 1999. Sicherlich ist „Blue (Da Ba Dee)“ kein besonders ausgefeiltes Musikstück, aber in seiner Simplizität ist der Song nahezu perfekt. Ein ständiger Grundbeat, wohlige Synthieflächen und ein Text, der mehr Tiefgang enthält, als man zunächst annehmen würde.

Anekdote: Als einjähriger Knirps habe ich durch diesen Song meine Liebe zur Musik entdeckt, zumindest laut ausnahmsweise deckungsgleichen Erzählungen meiner Eltern. Ich hoppste, sang und liebte den Song, so hat er auch eine Affinität für die Farbe blau ausgelöst, kein Wunder, dass mir dieser Song immer noch am Herzen liegt.

Platz 34: Matthias Reim – Verdammt ich lieb dich (1990)

Ein deutscher Schlager muss natürlich auch in diese Liste, auch wenn dieser Synth-Rock orientierte Schlager zwar Schlagerharmonien aufweist, sich in Dynamik und Klangspektrum aber doch etwas auswärts davon bewegt. Sechzehn Wochen war dieser Song auf Platz Eins in Deutschland und wer die englischsprachige Version gehört hat, weiß dass es auch Songs gibt, die mit deutschem Text besser klingen als mit englischem.

Anekdote: Neben „Manta Manta“ gab es fast zeitgleich noch „Manta – Der Film“. Dort will der Protagonist seinen gewonnenen Manta verbrennen, da seine Angebetene nicht mit ihm zusammen sein will. Im Hintergrund läuft „Verdammt ich lieb dich“, kann man als automobilphilie oder klassisch deuten, Immerhin bleibt so etwas vom Film hängen.

Platz 33: Boys Town Gang – Can´t Take My Eyes off of You (1982)

Disco hatte seinen Höhepunkt längst erlebt, aber diese homoerotisch angehauchte Gruppe mit gesanglich starker Frontfrau konnte mit der x-ten Coverversion vom Frankie Valli nicht nur einen Discothekenhit landen. Ein typischer Discosong mit moderatem Gesangsbackgroundarrangement, mit Streichern, Bläsern und diversen anderen Klängen im Hintergrund, wodurch diese meine liebste Version des unverwüstlichen Klassikers ist.

Anekdote: Wahrscheinlich einer der Songs, mit denen ich Menschen immer wieder beglücke oder je nach Sichtweise nerve. Vor allem da der Song ein Ohrwurm ist, wer dagegen wettet, kann sich ja mal den Song anhören.

Platz 32: Green Day – Jesus of Suburbia (2005)

Green Day war eine dieser Bands mit denen ich erst in meiner Postpubertären Phase warm geworden bin, also vor gar nicht allzu langer Zeit. Jeglicher Kredit für diese Tatsache geht an dieses knapp neunminütige Meisterwerk, dass wie eine Metamorphose aus fünf Songs wirkt und unheimlich fesselt. Billy Joe Armstrong sagte danach sinngemäß, dass er am liebsten keine normalen Songs, sondern nur noch solche Stücke wie „Jesus of Suburbia“.

Anekdote: Nicht jeder hat ein solches Verhältnis zu Green Day wie ich. In meinem Freundeskreis ist der Song gar nicht so beliebt oder wie meine beste Freundin auf die frage antwortete, warum gefühlt jeder bekannte Green Day Song außer dieser in einer Playlist sei: „Weil Jesus scheiße ist.“ (Und das bezieht sich einzig allein auf den Song!). Jeder liegt mal falsch.

Platz 31: Captain Hollywood Project – More and More (1992)

Neben „What Is Love“ der größte Ohrwurm der Eurodanceära (außer man zählt Ace of Bases „All that she wants“ zum Eurodance). Captain Hollywoods erste Solosingle war ein Megahit, ist aber inzwischen im Schatten der anderen großen 90er Eurodancesongs geraten, wenn auch völlig zu unrecht. Ist der Song etwas weniger auf Synthies fixiert und somit vergleichsweise eigenständig, hat gerade der Refrain zeitlos hohe Qualität.

Anekdote: Gerade weil der Song etwas in Vergessenheit geraten ist, freue ich mich umso mehr wenn er von den Radiostationen wieder gespielt wird und sei es nur, weil sie den großen 90er Tag haben.

Platz 30: Liquido – Narcotic (1998)

Manchmal hilft der Zufall mit, so war das markante Keyboardriff von „Narcotic“ auf dem gebraucht gekauften Synthesizer vorprogrammiert. Drum herum wurde ein eingängiger Song mit grungiger Laut Leise Dynamik aufgebaut und fertig war ein Hit, der noch heute auf jeder Studentenparty mindestens einmal gespielt wird.

Anekdote: Vom plötzlichen Erfolg überrascht, wurde mit der Band aus Sinsheim ein Musikvideo gedreht, dem man zu jeder Sekunde anmerkt, dass es nur gedreht wurde um irgendein Video zu haben (indirektes Zitat: Mein ehemaliger Musiklehrer). Aber selbst das schlechteste Musikvideo der Welt hätte „Narcotic“ nicht geschadet.

Platz 29: David Guetta feat. Kelly Rowland – When Love Takes Over (2009)

Einer der Lieblingssongs meines elfjährigen Ichs, hat sich im Vergleich zu den anderen dieser Zeit sehr gut gehalten. „When Love Takes Over“ war David Guettas endgültiger Mainstreamdurchbruch und sein musikalischer Höhepunkt, auch wenn die ersten Jahre danach noch ganz brauchbar waren. Aber kaum ein Lied hat so ein akkurates, perfektes Mastering wie „When Love Takes Over“.

Anekdote: Kelly Rowland wollte den Song erst nicht singen, als sie jedoch die Klaviermelodie hörte änderte sie ihre Meinung und schrieb sogar am Songtext mit. Bis heute ist dieser Song der größte Soloerfolg für das ehemalige Destiny Child Mitglied.

Platz 28: Lipps Inc – Funkytown (1980)

Als die „Disco Sucks“ Bewegung nahezu komplett erfolgreich war, kam dieses One-Hit Wonder daher und befeuerte die Spätdiscobewegung, die dann mit der elektronischen Musik mehr und mehr verschmelzte. „Funkytown“ hat dabei schon ordentlich synthetische Klangerzeugung im Background und eine Menge schräger Sounds, macht dabei aber ungemein Spaß. Einer der schrägsten Discohits, aber auch einer der besten.

Anekdote: Als Kind konnte ich das Lied nicht leiden, zu unmelodisch, zu schräg, zu verstörend. Aber man lernt ja immer dazu.

Platz 27: Gnarls Barkley – Crazy (2006)

Wenn es noch das Familienduell geben würde, wäre für die Frage nach dem ersten One-Hit Wonder der 2000er Gnarls Barkley die beste Antwort. Rund um die Fußball WM dominierte „Crazy“ den Sommer 2006 die Charts und die Tanzflächen. Mit der Mischung aus Clubsounds, eingängigem Refrain und Soulklängen sowie Cee-Los androgyner Stimme mutierte der Song zum absoluten Superhit, der die Erwartungen ans Debütalbum ins unermeßliche schießen ließ, das Album scheiterte und Gnarls Barkley war relativ schnell Geschichte. Sänger Cee-Lo konnte Solo aber auch Erfolge feiern.

Anekdote: „Crazy“ ist einer dieser Songs, die man zur vollen Entfaltung möglichst laut hören sollte. Deswegen habe ich lange gebraucht, um den Song ins Herz zu schließen, ist er auch oft im Radio gelaufen, aber einmal richtig laut gehört, ging mein Herz auf.

Platz 26: Gigi D´Agostino – La Passion (2000)

Anfang der Zweitausender war Gigi D´Agostino in den europäischen Charts omnipräsent. Der italienische DJ hat Jahre vor David Guetta in Höchstgeschwindigkeit gleichsam Songs veröffentlicht, die sich sowohl zu Hits als auch zu Dancefloorfillern entwickelt haben. Die Auswahl einer seiner Songs fiel schwer, dennoch muss ich mich für „La Passion“ entscheiden. Wahlweise als Laufsong oder zum Discofox genutzt überzeugt „La Passion“ mit den typischen Gigi-Elementen wie dröhnender Bass, einfühlsame Synthies und durch den Filter gejagten Gesang.

Anekdote: Auf einem von mir erworbenen Sampler war „La Passion“ drauf, als der Song anfing meinte mein Vater: Oh das war ein beliebtes Lied, auch zum zusammentanzen. Ach, „La Passion“ ist einfach toll.

Platz 25: Spider Murphy Gang – Skandal im Sperrbezirk (1982)

Eigentlich wollten die Spider Murphy Gang eine Rockband sein, nur halt bayrisch angehaucht. Anfang der 80er als sie ihren Durchbruch erlebten kam dies nur mit dem Aufkommen der Neuen Deutschen Welle zusammen. So wurde die freche Rocknummer mit dem langen Synthesizerintro dieser zugeordnet. „Skandal im Sperrbezirk“ ist einer der feinsten deutschsprachigen Songs der Achtziger.

Anekdote: Die Liebe zu „Skandal im Sperrbezirk“ wurde durch eine Anekdote besonders entflammt. Als mir die Lehrerband sagte, dass sie zum Sommerkonzert gedenke unter anderem „Skandal im Sperrbezirk“ aufzuführen, war ich irgendwo zwischen völliger Begeisterung und Skepsis ob das klappen könnte. Es klappte und wie…

Platz 24: The Sweet – Ballroom Blitz (1973)

Glam Rock ist schon eine tolle Sache, viel Glam und Glitter, klirrende Gitarren, treibende Schlagzeuge oft im Shuffle Rhythmus und viel Power. So wie einer der Paradesongs „Ballroom Blitz“ von The Sweet. Die englische Band war in den 70er-Jahren die erfolgreichste Band in Deutschland noch vor den schwedischen Lichtgestalten Abba.

Anekdote: Wenn man meinen kongenialen Podcastpartner Sebastian Mal abgehen sehen will, der kann zum Beispiel diesen Song anmachen, wie in der Mottowoche geschehen. Am jahrzehntetag bewaffnet mit ner Jukebox habe ich den Aufbau beschallt und während der Herr auf einem Stuhl steht und das Lied läuft sagt er: „Mach das nächste Lied, sonst falle ich hier noch vom Stuhl.“ und tanzte soweit es auf einen Schulstuhl halt geht.

Platz 23: New Order – Blue Monday (1983)

Vielleicht der wichtigste Song der Achtzigerjahre, visionär und frisch, dabei auch episch. 7:29 Klangkaskaden mit einem zweiminütigen Intro, in dem der Synthie asynchron einspielt (ein Versehen, welches in der Endfassung bleiben sollte), ein eher wirrer Text, viele Soundeffekte und besondere Klangspiele lassen das Werk zu einem der besten Songs der Achtziger werden. Der Drumbeat ist einfach göttlich.

Anekdote: Im Film „Shawn Of The Dead“ schmeißen die Protagonisten mit Schallplatten nach den Zombies. Dabei ist auch die Maxifassung der Floppy Disc von „Blue Monday“ was auch dementsprechend ernüchtert kommentiert wird. Der Sammlerwert der inzwischen raren Originalschallplatte geht in die tausende.

Platz 22: Culture Beat – Mr. Vain (1993)

Ursprünglich getextet an der Gitarre hat Nosie Katzmann hiermit seinen größten Hit geschrieben. Die Gebrüder Fenslau haben die passenden Beats und die richtige Sängerin und den richtigen Rapper und fertig ist der Eurodancemegahit der Neunziger. „Mr.Vain“ funktioniert als eskapistische Tanznummer ebenso wie als einnehmender Ohrwurm und ist einer der Klassiker der Neunziger.

Anekdote: Wahrscheinlich in den Top 20 Songs die Zielgruppenunabhängig funktionieren, egal ob alt oder jung „Mr.Vain“ zieht in den Bann oder wie einer von Right Said Fred „I Can´t stop dancin´to it“.

Platz 21: Eurythmics – Love is a Stranger (1982)

Ausnahmsweise nicht der Tophit einer Band. „Sweet Dreams“ ist ein Klasse Song, aber die tanzbare Vorgängersingle „Love is A Stranger“ hat mein Herz im Sturm erobert. Klasse Rhythmus, geniales Grunzen, tolle Synthlinie und Annie Lennox fabelhafter Gesang lassen aus diesem Song den ersten Hit der Eurythmics werden. Das Musikvideo wurde nur ein einziges Mal bei MTV gespielt, nachdem Lennox ihre blonde Langhaarperrücke abnahm dachte der Senderchef sie sei ein Transvestit.

Anekdote: Entdeckt habe ich „Love is A Stranger“ nur durch Zufall. Irgendein Karneval habe ich bei einer Autofahrt den Sender gewechselt, prompt kam mir das bis dahin unbekannte Lied und mein Vater dreht wie verrückt am Lautsprecher und jubelliert wie Knaller das Lied sei. Prompt hat mein Vater ne Best Of CD der Eurythmics gekauft nur um dieses eine Lied zu hören.

Platz 20: Van Halen – Jump (1984)

Würde man nach dem Inbegriff des 80er Stadionrock fragen, wäre eine der meist gegebenen Antworten „Jump“ von Van Halen. Dabei mochte Frontmann David Lee Roth den synthesizerbasierten Song gar nicht, Eddie Van Halen konnte den Song jedoch nach Jahren durchsetzen und Roth schrieb einen ironisch gemeinten Text, der perfekt auf das Arrangement passt.

Anekdote: Armin Van Buuren hat es gewagt ein Dancecover zu machen, bei dem Roth die Lyrics extra eingesungen hat und ausnahmsweise habe ich damit kein Problem. Eine absolute Seltenheit.

Platz 19: Rednex – Cotton Eye Joe (1994)

Ein schwedisches Retortenprodukt, welches die südstaatlichen Rednecks imitiert? In den Neunzigern hat das zu Hits geführt. Die Eurodancecoverversion des Schlafliedes funktioniert aber auch auf Partys zu gut und hat nicht nur als Produkt seiner Zeit überlebt. Viel mehr gute Laune geht nicht.

Anekdote: Zu dem Song gibt es mehrere Tänze, als auf meinem 21. Geburtstag eine neue Variante präsentiert wurde, habe ich spontan versucht mitzutanzen, natürlich hat das nicht wirklich funktioniert.

Platz 18: Kylie Minogue – Can´t Get You Out of my Head (2001)

Kylie Minogue gehörte lange zu den verkannten Sängerinnen, zu quakelig, zu sehr von SAW-Produktionen abhängig. In den Neunzigern gelang der Imagewechsel des ehemaligen Soap-Stars, doch erst 2001 eroberte Kylie den Olymp. „Can´t get you out of my Head“ ist ein perfekter Ohrwurm, stimmig und groovy, dazu noch das umwerfend gute Video und Kylie Minogue war auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Anekdote: Wie bei jedem Song hat auch dieser Hörer denen er nicht gefällt, wie sich zeigte als der Song im McDonalds lief, als wir nach der Erstifahrt dort gegessen haben. Ein Kommilitone meinte nur: „Grausam, wieso machen die das? Ich werde heute Nacht nicht schlafen können, weil ich das die ganze Zeit im Ohr habe.“ Spricht irgendwie auch für den Song.

Platz 17: Simple Minds – Don´t You (Forget About Me) (1985)

Gegründet nachdem Sänger Jim Kerr von Donna Summer zur Popmusik bekehrt wurde, ist ausgerechnet der größte Hit der schottischen Formation nicht von der Band geschrieben worden, sondern von Keith Forsey (Filmmusik u.a. für Flashdance und Ghsotbusters). Dabei wollte zunächst niemand den Song einsingen, Forsey verzweifelte, die Simple Minds spielten den Song widerwillig ein und untermalten einen Filmklassiker.

Anekdote: Zwei Mal, zu Beginn und am Ende wird der Song im Kultfilm „Breakfast Club“ prominent eingespielt, kein Wunder wurde der Film dafür geschrieben. Um den Song und den Film direkt zu verknüpfen habe ich letzteren zu spät gesehen, während „Don´t You“ in Radio und Werbungen schon seit Jahren meine Ohren beschallt hat.

Platz 16: Toto – Rosanna (1982)

Ja „Africa“ ist im Streamingzeitalter einer der meistgehörten Klassiker aller Zeiten, aber das Meisterstück aus dem vierten Toto-Album ist diese leicht jazzige AOR-Rocknummer, die als Liebeslied geschrieben wurde. Ein tolles Arangement, das sowohl eingängig wie einnehmend ist, sowie der sogenannte Porcaro-Shuffle lassen den Song zum Klassiker werden, selten lagen die Grammys richtig. Im Fall von Toto war es ausnahmsweise der Fall.

Anekdote: Mein Musiklehrer ist wahrscheinlich der größte Toto-Fan, den ich kenne. „Rosanna“ ist wie er sagen würde, der Titel bei dem jeder mitgehen würde, was mich dazu gebracht hat sich in das Werk der „Alte Herren Rockband“ (Zitat: Musiklehrer) reinzuhören, aber „Rosanna“ ist einfach der beste Song der Band.

Platz 15: Cher – Believe (1998)

Als die Weltcharts, die sich bis heute nicht durchgesetzt haben, aus der Angel gehoben wurden, war auf Platz Eins Cher mit „Believe“ und das wochenlang. „Believe“ wurde nicht nur Chers erfolgreichster Song, er etablierte sie als neue Discoqueen. Anfang der 2000er war Cher die meistgespielte Interpretin in amerikanischen Discotheken, zur selben Zeit begann sie aber auch Schönheits-Ops machen zu lassen, die ihr nicht gerade schmeicheln.

Anekdote: Der sogennante Cher Effekt geht auf diesen Song zurück, dahinter verbirgt sich der Albtraum aus aktuellen Alben, Auto-Tune. „Believe“ war der erste Song, der das Korrekturprogramm für einen glasigen Effekt genutzt hat, der den Song aber gut tut, man kann sich alternativ mal die deutsche Version von Mary Roos anhören.

Platz 14: U2 – Where the streets have no Name (1987)

Manchmal gehen Songs leicht von der Hand und manchmal scheitern sie bevor sie das Licht der Welt erblickten, „Where the Streets have no name“ von U2 gehörte beinahe zu letzterem Fall. Wochenlang bissen sich die irischen Musiker um Bono ihre Zähne am Lied aus, welches von den ungewöhnlichen Wechseln lebte. Zum Glück machte es doch noch Klick und der Welt wurde eine Hymne geschickt. Ein perfekter Aufbau, ein epischer Refrain und treibende Gitarren machen das Lied zum besten der Band.

Anekdote: Vor ein paar Jahren, Liga Live im WDR, in der Halbzeitpause läuft „Where the streets have no name“ und mein Vater sagt begeistert. „Wie heißt das Lied? Das ist grandios, ich hab das immer gesucht.“ Ich war dann doch sehr verwundert, dass mein Vater einen der bekanntesten U2 Songs nicht kennt.

Platz 13: Daft Punk – One More Time (2000)

Das gesamte Album „Discovery“ wurde verfilmt, nachdem das Video zur Vorabsingle „One More Time“ hohe Wellen schlug mit seinen blauen Männchen. Musikalisch ist „One More Time“ die Weiterentwicklung, die sich schon in Bangalters Soloprojekt Stardust abgezeichnet hatte. Dabei entstand ein Song mit pulsierenden Bläsern, coolen Synthlines und einer Basedrum, die die Tanzflächen flutet.

Anekdote: Ich hab einen Freund, der Riesenfan von Daft Punk und Justice ist. In einer Zeit als wir uns oft getroffen haben, haben wir sehr oft ein altes Gran Turismo gespielt und dabei nur die Musik der beiden Bands gehört, Highlight: One More Time.

Platz 12: Robbie Williams – Angels (1997)

Robbie Williams möchte noch ein Mal einen Song wie „Angels“ veröffentlichen. Was Robbie damit meint? Einen Song, der die Menschen berührt, der ihnen so viel bedeutet, dass sie damit Momente verbinden. Dies ist neben der Tatsache, dass „Angels“ die Solokarriere des Robbie Williams erst in ihrem Erfolg möglich machte, wohl der Hauptgrund, warum es Williams persönlicher Favorit von seinen Songs ist.

Anekdote: Der letzte Song alias der Rausschmeißer meines Abiballs (Ein Abend, dessen Höhen und Tiefen als Metapher für mein Schulleben stehen könnte) war „Angels“. „Angels“ ist einfach der perfekte Rausschmeißer und hat sich durch diesen Fakt nicht nur bei mir zu einem Lieblingssong entwickelt.

Platz 11: Tina Turner – The Best (1989)

Die Achtziger standen auch für Stadionhymnen, die Stadionhymne schlechthin kommt von Tina Turner. „The Best“ ist mit seinem euphorischen Text, seinem klaren Sound, seinem Saxophonsolo und der wahnsinnigen Stimme von Tina Turner eine musikalische Bombe, die man laut genießen sollte.

Anekdote: Ursprünglich von Bonnie Tyler gesungen entpuppte sich „The Best“ erst mit Tina Turner als Interpretin als Gigantensong. Das Arrangement ist etwas aufgepimpt worden und Tina gibt alles, mein Vater (absoluter Konzertmuffel) erzählt mir bis heute was für eine Wahnsinnslivesängerin die Wahlschweizerin ist.

Platz 10: George Harrison – My Sweet Lord (1971)

Der beste Song, den George Harrison je geschrieben hat? „My Sweet Lord“, ganz klar. Wer jetzt intervenieren möchte, aber das ist doch damals ein Skandal gewesen, weil der Song abgekupfert ist, dem sei gesagt, wer kennt den Originalsong und wer kennt „My Sweet Lord“. Eine der schönsten Melodien aller Zeiten, ein Klassiker.

Anekdote: Wenn es einen Song gibt, der mich gleichsam melancholisch wie nachdenklich macht und dabei eine positive Grundstimmung schafft, dann dieser Solohit von George Harrison. „My Sweet Lord“ ist einfach einer der schönsten Songs aller Zeiten.

Platz 9: Whitney Houston – I wanna Dance with Somebody (1987)

Der Werdegang von Whitney Houston stimmt dann doch traurig. 1987 als Whitney gesanglich auf ihrem Zenit war und ihre goldenen Jahre einläutete, konnte man das noch nicht ahnen, aber ihr Smash-Hit „I Wanna Dance with Somebody“ hat das vermischen schwarzer Musik mit der Synthesizermusik nochmal vorangetrieben. Daneben ist das aber auch einfach ein unglaublich guter Song.

Anekdote: Wenn man mir die Frage stellen würde, welches Lied mich am ehesten dazu bringt, mich verlieben zu wollen, dann lautet die Antwort „I Wanna Dance with Somebody“. Damit muss der Song in die Top Ten Lieblingssongs.

Platz 8: T.Rex – Hot Love (1971)

Als T.Rex bei Top of the Pops auftraten, fand sich im Gesicht des Duos Glam, die Gbeurt des Glam Rocks, der mit Shufflerhythmen zwischen Hard Rock und Pop stand. Kaum ein anderer Song ist gleichzeitig so lässig und so energetisch wie „Hot Love“, welcher in der britischen Heimat wochenlang die Chartspitze okkupierte.

Anekdote: Als ich das erste Mal in der Sneak saß, hatte ich eine Hoffnung, ein guter Film soll es sein, dann begann der Film mit einer Kollage zu „Hot Love“ von T.Rex. Ich beuge mich zu meinem Kumpel rüber und sage, ich glaube der Film ist gut und ja der Film war richtig gut, daher nochmal meine Empfehlung „25 km/h“ zu gucken.

Platz 7: Fleetwood Mac – Go Your Own Way (1977)

Manche Bands zerreißen an inneren Streitigkeiten, so offensichtlich nach außen gekehrt wurden sie nur bei Fleetwood Mac. Besonders pikant ist Lindsay Buckinghams wütende Abrechnung an Co-Sängerin Stevie Nicks, welche „Go Your Own Way“ als zornig und unfair empfand, aber auch hier zeigt sich große Emotionen führen zu großartiger Musik.

Anekdote: Jedesmal wenn sich jemand in meinem Umfeld trennt oder verlassen wird, stehe ich immer kurz davor diesen Song zu senden. Selbst mit geringen Englischkenntnissen kann man Lindsay Buckinghams Wut auf Stevie Nicks, die ihn mit Drummer Mick Fleetwood betrogen haben soll, hören und sie selbst nachempfinden.

Platz 6: Pulp – Disco 2000 (1995)

Natürlich hätte ich „Common People“ nehmen können, hätte diese Liste „Die besten Songs aller Zeiten“ gehießen wäre die Klassenkampfhymne weit vorne gelandet, da mir aber das tanzbare „Disco 2000“ aus dem selben Album (Different Class) noch ein wenig mehr mundet, landet der Inbegriff der britischen 90er Studentenparty in meinen Top Ten.

Anekdote: Der prägnante Gitarrenanfang nimmt einen sofort gefangen, kein Wunder ist er eine Adaption des Synthesizerintros zu Laura Brannigans Version von „Gloria“ aus dem Jahr 1982. Lustig wird es dann, wenn in der live-Version das Intro wieder vom Synthesizer kommt, sowohl bei Keane (die den Song regelmäßig Live spielen) als auch bei Pulp selbst.

Platz 5: Queen – I Want To Break Free (1984)

Hätte es die „Ein Song pro Band“-Regel nicht gegeben, Queen wäre sehr häufig vertreten gewesen, so musste ich mich für meinen persönlichen Favorite entscheiden, wodurch das recht poppige „I want to break free“ die Operette „Bohemian Rhapsody“ aussticht, aber mit Queen kann man eh nichts falsch machen.

Anekdote: Der Songschreiber durfte bei Queen bestimmen, wie ein Musikvideo gedreht wird. Bassist John Deacon schlug daher den Bandmitgliedern vor eine Parodie auf die langlebige Soap „Coronation Street“ vor. Sie wurde umgesetzt, sorgte für Irritationen, ist aber inzwischen vollkommen zu Recht Kult.

Platz 4: Bryan Adams – Summer of 69 (1985)

Man glaubt es kaum, in Deutschland war „Summer of 69“ nie in den deutschen Charts. Im Vergleich dazu wird dieser Klassiker bis heute gerne im Radio gespielt, kein Wunder, ist das Lied auch eine zeitlos gute Komposition, mit Ohrwurmrefrain, starkem Intro und richtigem Aufbau.

Anekdote: Für den ein oder anderen ein wehmütiger Song, ist „Summer of 69“ für mich ein Feel-Good Song schlechthin. Keinen Song habe ich in meinem Leben häufiger gesungen und wegen „Summer of 69“ wollte ich das Gitarre spielen erlernen, hat leider nicht funktioniert.

Platz 3: Earth, Wind & Fire – September (1977)

Die beste Disconummer der Welt, wenn Lebensfreude in einen Song gegossen wurde, dann bei „September“, dem Groover von Earth, Wind & Fire. Gleichsam ein Dancefloorbanger als ein Ohrwurm, selbst Disco Sucks Enthusiasten müssen die Qualität dieser beschwingten Nummer anerkennen.

Anekdote: Es gibt ganz wenige Lieder, die nahezu jeder als Kanon für gute (Pop)Musik ansieht. Wenn man auf die Discoära guckt, werden zwei Songs genannt, Donna Summers futuristisches Klangwerk „I Feel Love“ und diese Eskapismushymne von Earth, Wind & Fire. Kann man diesen Song eigentlich nicht mögen, außer man ist Stan aus American Dad?

Platz 2: Journey – Don´t Stop Believin`(1980)

Ach, wie schön ist das. Ein Keyboardriff für die Ewigkeit, ein aufbauender, hoffnungsvoller Text und ein kraftvoller Refrain haben diese Nummer zur 80er Kuschelrocknummer schlechthin gemacht. Das kann man dem Song jetzt negativ auslegen, sollte man aber nicht, denn dafür ist er viel zu gut.

Anekdote: Manchmal bekommen Songs die zweite Luft, so wie „Don´t Stop Believin“, so hat der Einsatz des Songs im Serienfinale der preisgekrönten Serie Die Sopranos den Song aus der Vergessenheit geholt und die Serie Glee, die ihn in der ersten Staffel zum Signature Song der Serie macht, brachte ihn auch Leuten näher, die mit Classic Rock nicht so viel anfangen konnten, was ein Glück.

Platz 1: Haddaway – What Is Love (1993)

Ich sehe die Nasen rümpfen, aber da es hier nur um mein Empfinden geht, geht nichts über diesen 90er Eurodanceknaller. Wer auch immer im Tonstudio die Idee mit dem Echo hatte, ist ein Genie. Dadurch gewinnt der Song die notwendige Eigenständigkeit. In Deutschland hat „What is Love“ es geschafft Hit des Jahres zu werden, ohne ein einziges Mal Platz Eins der Single Charts zu belegen.

Anekdote: Lieblingssongs heißt Lieblingssongs, weil es um die persönliche subjektive Liebe zu Songs geht und da übertrumpft bei mir nunmal nichts „What is Love“ von Haddaway. Da kommt dann meine kindliche Liebe zur elektronischen Tanzmusik wieder zur Geltung, auch wenn „What is Love“ nicht der beste Song der Welt ist, er ist mein liebster.

Das waren sie meine Lieblingssongs, ganz persönlich, weit weg vom Bezug auf historische Bedeutung, Bewertung der Komposition, rein aus dem Bauch heraus. Natürlich wird hier nur ein Stand dargestellt, die Lieblingssongs wechseln munter durch, aber mit einer dieser 50 Nummern kann man mir immer eine Freude bereiten. Jetzt könnt ihr euren Senf dazu abgeben.

 

 

 

 

 

10 Kommentare zu „Meine absoluten Lieblingssongs

      1. Du machst es nur noch spannender.

        Was soll ich groß sagen, meine Liste sähe fast komplett anders aus – und das, obwohl Blue z.B. meine allererste CD war. Frau Houston mit genau dem Lied und For You wären bei mir allerdings ebenfalls dabei. Zweitgenannter wesentlich weiter vorn.
        Aber auf einer Party, bei der genau diese 50 Lieder laufen, da wäre ich sehr gerne zu Gast. Also ist jetzt nicht dabei, bei dem ich die Ohren verdrehen würde. Am ehesten noch Cotton Eye Joe; da ist die Version der Schlümpfe doch die passendere.

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        1. Ich kann es auch noch spannender machen, aber das wäre nicht fair^^

          Dann solltest du Mal auf meiner Geburtstagsparty zu Gast sein, da sind dann zwischen 80-90% der Songs dabei und was dann drum herum noch passt.

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            1. Hatte eigentlich ganz gut in die Partygeschichten gepasst, aber vielleicht bietet sich noch eine Gelegenheit oder ich schreibe nochmal nen Reflexionsartikel über die weite Vergangenheit.

              Ach, die Partys sind auch nicht mehr das, was sie Mal waren. Zumindest mein letzter Geburtstag. Hab schon überlegt, Mal ne Achtzigerparty zu machen^^
              Wenn du früh genug Bescheid sagst, richte ich das irgendwie ein^^

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  1. Les ich falsch oder fehlt da tatsächlich ABBA? Das wäre ja mein Tipp gewesen.

    Sonst haben wir ja immerhin bei den Künstlern ein paar Überschneidungen, „Hold the Line“ ist der beste Toto-Song, „Cher“ hasse ich genau wegen deinem Funfact und wenn ich bei Platz 2 aufhöre zu lesen, kann ich deinen Musikgeschmack noch ernst nehmen 😉

    Ich habe übrigens vor ein paar Tagen gemerkt, dass ich John Miles „Music“ bei mir vergessen habe. Den nehm ich noch als Platz 101 😀

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    1. Dabei hat Cher den Cher Effekt gar nicht als erstes gemacht, das war nämlich die Formation Stardust, das Nebenprojekt von Daft Punk Mastermind Thomas Bangalter.

      Die Liste heißt nicht umsonst Meine Lieblingssongs und die besten Songs aller Zeiten^^

      John Miles „Music“ wäre sicher in der Top 100 bei mir.

      Bei Abba müsste ich wieder einen Song herauswählen und da ist keiner so weit vorne ähnlich wie bei Beatles oder Stones.

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      1. Daft Punk fand ich schon immer schwierig (bis auf „One more Time“, aber eher wegen dem Video) und jetzt hab ich noch ein Grund mehr sie nicht zu mögen 😀

        Mit der „Ein Song“-Regel hast du dir es selbst natürlich schwer gemacht, wobei man vielleicht auch so besser eine Grenze findet. Ich warte dann auf die Top 50 der Bands/Künstler 😀

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